"Läuft bei mir", "Yolo" und Co

Ich fühle mich alt! Ich bin 23 Jahre und fühle mich alt. Und zwar dann, wenn ich die Top30-Votingliste für das „Jugendwort des Jahres 2015“ lese und nicht ein einziges davon ohne die Erläuterung für die Oldies darunter verstehen würde – „Tinderella“, „Swaggetarier“ und „gesichtspalmieren“ liest man da, neben „Eierfeile“ (in alt: Fahrrad), Egoshoot (in alt: Selfie) oder bambus (in alt: cool).
Die „Best-Of“-Liste der letzten Jahre macht mir jedoch wieder Mut. Mit „Gammelfleischparty“, „hartzen“ und „Niveaulimbo“ kann ich ungefähr etwas anfangen, selbst „Babo“ kommt mir irgendwie bekannt vor – aber was bitte heißt denn „Swag“ oder „Yolo“? Hier brauchte ich erst Aufklärung durch Wikipedia und Co, um eine Ahnung davon zu erhalten, was damit gemeint ist.
Anders verhält es sich beim Vorjahressieger. Der Spiegel schreibt dazu:

Heute ist das Jugendwort des Jahres ein Satz, in dem man jedes Wort kennt und ihn trotzdem nicht versteht: „Läuft bei dir.“

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Für mich bedeutet der Satz so viel wie „Bei mir ist alles in Ordnung, mir geht’s gut“, laut der Jury des Langenscheidt-Verlags, der alljährlich das Jugendwort des Jahres kürt, meint der Satz auch „Du hast es drauf!“, kann als Synonym für  „cool“ und „krass“ oder aber auch ironisch als genau das Gegenteil meinend verwendet werden – alles klar?!

Abgesehen von meiner Vermutung, dass nicht mal jeder Jugendliche die ganzen ach so hippen Jugendwörter kennt, sind sie ein faszinierendes Phänomen. Als Mittel der Abgrenzung von der Welt der Erwachsenen sind sie ein Weg, einen Platz für sich zu schaffen. Gleichzeitig bieten sie aber in meinen Augen viel Raum, um sich dahinter zu verstecken: Fragt mich jemand, wie es mir geht, so ist es doch einfacher mit einem coolen „Yolo, Bro, läuft bei mir“ zu antworten, als vielleicht auch einmal einzugestehen, dass es mir gerade vielleicht nicht so gut geht und ich mich gar nicht so nach „Babo“, „Swag“ und Co. fühle…
Wie oft tragen wir Masken im Alltag, verhalten uns anders, als wir uns fühlen, beantworten Fragen nach unserem Wohlbefinden nicht ehrlich. Und das aus verschiedensten Gründen: Weil es einfacher ist, als die Wahrheit zu sagen; weil nicht die „richtigen“ Personen fragen, weil die Situation unpassend ist etc.
Manchmal haben wir uns auch jahrelang eine Mauer um uns und unser Herz aufgebaut, um uns vor Angriffen, Verletzungen und Enttäuschungen zu schützen.
Ich finde, jeder sollte mindestens einen Menschen in seinem Leben haben, bei dem er alle Masken fallen lassen und alle Mauern einreißen kann. Sei es die Familie, ein Partner, gute Freunde, ein professioneller Helfer oder wer auch immer. Doch manchmal reicht das nicht – Menschen können Erwartungen nicht immer gerecht werden und wenn ich erwarte, dass jemand anderes mich glücklich macht oder dafür sorgt, dass es mir stets gut geht, kann das schnell zu Enttäuschungen führen.
Deshalb habe ich neben vielen wunderbaren Menschen in meinem Leben noch eine größere Konstante, die hinter meine Mauern und Masken sieht: Jesus Christus.
Er ist immer da, er ist ernsthaft daran interessiert, wie es mir geht – und er versteht jedes „Läuft bei mir“ genau so, wie es eigentlich gemeint ist. Er weiß in jeder Sekunde, wie es mir tief in Herz und Seele geht:

„Doch der Herr sagte zu ihm: (…) Denn ich urteile nach anderen Maßstäben als die Menschen. Für die Menschen ist wichtig, was sie mit den Augen wahrnehmen können; ich dagegen schaue jedem Menschen ins Herz.“(1. Samuel 16,7)

Ich wünsche dir, dass du – falls noch nicht vorhanden – Menschen und Konstanten in deinem Leben findest, die hinter deine Masken sehen und sich nicht mit einem „Yolo, Bro, läuft bei mir“ zufrieden geben.

Noch kurz zum Jugendwort des Jahres: Bis Oktober kann noch abgestimmt werden. Das Internetvoting favorisiert momentan „merkeln“ (34%) und „rumoxidieren“ (13%), zu meinen persönlichen Favoriten zählen „Smombie“ und „Genussoptimierer“.

Praise You in this Storm

In einem christlichen Lied heißt es wörtlich übersetzt:

Und ich werde dich im Sturm preisen und ich werde meine Hände erheben (…)

Der Song (hier kannst du ihn anhören, sogar mit deutscher Übersetzung), dessen Text du hier finden kannst, erzählt von schweren Zeiten, von stürmischen Zeiten, in denen wir Gott kaum hören oder sehen können, in denen Gebete scheinbar nicht erhört werden und keine Hoffnung in Sicht ist.
Das Meer um dich herum tobt, die Wellen brausen, du siehst kein Land mehr und drohst, unterzugehen – zu ertrinken in Arbeit, Konflikten, Problemen, Sorgen, Unsicherheiten, Möglichkeiten, Zeitdruck…

IMG_3683Solche Zeiten kenne ich gut – du auch?
Manchmal geht es mir dann wie der Frau auf diesem Bild: Ich habe das Gefühl, frierend dazusitzen und hilflos dabei zusehen, wie sich das Meer meines Lebens vor mir auftürmt und die Wellen mich zu überwältigen drohen.
Oft bin ich dann geplagt von Angst und Zweifeln an mir, meinem Leben und Gott – wo ist er, wenn ich ihn am dringendsten brauche? Warum greift er nicht ein, gibt mir kein Lichtzeichen seiner Liebe? Ist er überhaupt wirklich bei mir?

Und doch berichtet das Lied davon, dass man auch in solchen Zeiten Gott preisen soll. Das finde ich sehr herausfordernd – Gott loben, obwohl es mir schlecht geht? Ihm danken, für was? Ihm vertrauen, obwohl ich ihn gerade nicht spüre? JA, genau das! Wir haben auch in schlechten Zeiten soviel Grund, Gott zu loben und ihm zu danken. Ich lade dich ein, einmal darüber nachzudenken, für was du Gott alles dankbar sein kannst. Er nimmt und gibt wieder (im Überfluss). Und auch, wenn wir ihn nicht spüren können, ist er da – er verlässt uns nicht, sondern versichert uns in Jesaja 41,10:

Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir. Sieh dich nicht ängstlich nach Hilfe um, denn ich bin dein Gott: Meine Entscheidung für dich steht fest, ich helfe dir. Ich unterstütze dich, indem ich mit meiner siegreichen Hand Gerechtigkeit übe.

Doch die Bibel sagt zu uns:

Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2. Timotheus 1,7)

Wir sollen nicht ängstlich sein angesichts schwerer Zeiten, sondern kraftvoll, liebend und besonnen – durch die Stärke Gottes.

IMG_4155Gott hat Erfahrung mit Stürmen. Er löste eine Sintflut aus (lies es nach in 1. Mose Kapitel 6-9), ließ einen Sturm auf dem Meer aufziehen, um Jona zur Umkehr zu bewegen (Jona 1) oder stillte einen Sturm mit nur ein paar Worten (Markus 4,35-40). Gott ist Herr über alles, er ist Sturmexperte – ER kann und will auch die Stürme in deinem Leben stillen, will ihnen an deiner Seite begegenen und für dich kämpfen.

Darum sei ermutigt, wenn du gerade stürmische Zeiten durchlebst! Manchmal bedeuten Stürme auch etwas Gutes, einen Umbruch, den Anbruch von etwas Neuem, dass Gott für dich vorgesehen hat. Wenn dich der Sturm zu überwältigen droht, wende dich an Jesus und vertraue darauf, dass er dich nicht im Stich lässt!

Jesus selbst spricht zu seinen Jüngern (Matthäus 28,20):

(…) Und ich versichere euch: Ich bin immer bei euch bis ans Ende der Zeit.

Der Mensch denkt und Gott lenkt

20150727_132536Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, heute keinen Blog zu schreiben. Aber weil ich mich gerade so über Gottes Führung und Segen freue, möchte ich euch kurz daran teilhaben lassen.

Die letzten Wochen waren eine ziemlich ungewissen Zeit bei mir und einige Entscheidungen sind auch jetzt noch nicht sicher, doch es hat sich schon etwas bewegt. Ich habe einige Bewerbungen für Teilzeit-Jobs und Praktika abgeschickt und heute eine Zusage bekommen für ein sehr spannend klingendes Praktikum, worüber ich mich wahnsinnig freue.

Psalm 136,1:  Dankt dem Herrn, denn er ist gut zu uns! – Seine Liebe hört niemals auf!

Das Praktikum hat eigentlich nichts mit meinem Studienfach, aber viel mit meinen Leidenschaften und Hobbys zu tun – ein bisschen anders als gedacht, aber ich bin absolut überzeugt, dass Gott mir diese Chance gegeben hat, mich in einem anderen Bereich auszuprobieren und vielleicht einen ungeahnten, neuen beruflichen Weg einzuschlagen.
Ich bin wahnsinnig gespannt, was ER daraus machen wird und wie er auch alle anderen noch anstehenden Entscheidungen durchdringen und zu einer guten Lösung führen wird. Wir können auf Gottes Führung vertrauen, er wird uns nicht im Stich lassen – Hallelujah!

Hier eine kleine Auswahl zum Thema „Gottes Wege“ (die Bibel ist voll davon, viel Spaß beim Stöbern):

Jesaja 55,9:  So hoch der Himmel über der Erde ist, so weit reichen meine Gedanken hinaus über alles, was ihr euch ausdenkt, und so weit übertreffen meine Möglichkeiten alles, was ihr für möglich haltet.

Psalm 37,5:  Überlass dem Herrn die Führung in deinem Leben; vertrau doch auf ihn, er macht es richtig!

Sprüche 3,5-6: Verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern setze dein Vertrauen ungeteilt auf den Herrn! Denk an ihn bei allem, was du tust; er wird dir den richtigen Weg zeigen.

Psalm 32,8: Der Herr hat mir geantwortet: »Ich sage dir, was du tun sollst, und zeige dir den richtigen Weg. Ich lasse dich nicht aus den Augen.«

Psalm 119,105: Dein Wort ist eine Leuchte für mein Leben, es gibt mir Licht für jeden nächsten Schritt.

P.S.: Und wer wissen will, was ich dann unter anderem bald mache, der kann mal „Check-App“ bei facebook eingeben 🙂

Was du heute kannst besorgen…

… das verschiebe doch auf Morgen?! Oder nicht?!

Wenn ich anfange, monatelang nicht sortierte Schubladen aufzuräumen, Dinge zu verkaufen, meinen Kleiderschrank auszumisten, überzufällig oft die Wohnung zu putzen oder sehr viel zu bloggen, dann ist mit Sicherheit gerade wieder Prüfungszeit und ich übe mich in Prokrastination – oder zu Deutsch Aufschieberitis.

Und ich muss gestehen, seit ich herausgefunden habe, dass es dafür sogar ein lateinisches (!, Info am Rande: procrastinatio = Vertagung, aus pro = für und cras = morgen) Fachwort gibt, bin ich irgendwie beruhigt, denn das Ganze hat nicht mehr so einen negativen Touch. Im Gegenteil, auf so dem Uni-Campus hört man sogar manchmal einen Hauch Stolz in dem Satz „Ich prokrastiniere“, während der Sprecher auf der Wiese in der Sonne liegt, mit seinem Hefter unter dem Kopf. Offensichtlich ist es eine neue Trendsportart, unangenehme Dinge, wie Lernen, Hausarbeiten schreiben oder Ähnliches, auf unbestimmte Zeit zu verschieben – wer da nicht mitmacht, ist selber Schuld.

Wikipedia definiert das Phänomen übrigens wie folgt:

Aufschieben, auch Prokrastination (…) oder Bummelei (…) ist das Verhalten, als notwendig, aber unangenehm empfundene Arbeiten immer wieder zu verschieben, anstatt sie zu erledigen. Aufschieben gilt als schlechte Arbeitsgewohnheit. Drei Kriterien müssen erfüllt sein, damit ein Verhalten als Prokrastination eingestuft werden kann: Kontraproduktivität, mangelnde Notwendigkeit und Verzögerung.

Hört sich doch irgendwie fast wie eine Erkrankung an oder? Ursachen für das Aufschieben von Dingen gibt es viele, die man sogar ganz fachmännisch oder -frauisch in psychologische Modelle einbinden kann. (Wer hier interessiert ist, sei auf einschlägige Online-Lexika verwiesen). Doch – für mich als Psychologin sehr schade – wird Prokrastination (bisher) nicht als psychische Krankheit anerkannt – damit sind die Träume all derer geplatzt, die gehofft haben, dagegen gäbe es ein Mittel einer handelsüblichen Marke, die mit guten Preisen und guter Besserung wirbt.

Nun ist es nicht so, dass mich meine Aufschieberitis langfristig gesehen wirklich stört – dank Unmengen von Kaffee und einiger Nachtschichten habe ich bisher noch jede Prüfung gemeistert und Hausarbeit pünktlich abgegeben. Aber seien wir ehrlich, irgendwie nervig ist es schon, oder?

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Ich habe mich gefragt, was die Bibel eigentlich dazu sagt und dazu erst einmal – wie man das heute eben so macht – „Was sagt die Bibel zu Prokrastination?“ gegoogelt. Gar nicht so einfach, da etwas zu finden, denn plötzlich landete ich bei merkwürdigen Bibelexemplaren wie der „Karriere-Bibel“ oder der „Self-Publisher-Bibel“, die alle mehr oder minder schlaue Ratschläge zu dem Thema verteilten.

Einige Bibelstellen konnte ich dann aber doch noch finden:

Zum Einen betont die Bibel, dass wir erkennen müssen, was wichtig ist und worauf es ankommt. Wir sollen also Prioritäten setzen (Philliper 1,9-10):

Ich bete zu Gott, dass eure Liebe immer reicher wird an Einsicht und Verständnis. Dann könnt ihr in jeder Lage entscheiden, was das Rechte ist (und werdet an dem Tag, an dem Christus Gericht hält, rein und ohne Fehler dastehen).

Hier geht es zwar um den Tag, an dem Jesus uns richtet, aber auch für unseren Alltag können wir lernen, die richtigen Prioritäten zu setzen und zu unterscheiden, ob etwas gerade notwendig ist oder noch Zeit hat.

Galater 6,7 weist uns darauf hin:

Macht euch nichts vor! Gott lässt keinen Spott mit sich treiben. Was der Mensch sät, das wird er auch ernten.

Wie oft betrügen wir uns selbst? „Ich lerne später, wenn ich dieses Buch zu Ende gelesen, mein Spiel fertig, mich mit meiner Freundin getroffen habe“… Am Ende des Tages stellen wir oft fest, dass wir nicht mehr wirklich viel von den eigentlich wichtigen Dingen geschafft haben. Doch letzlich können wir weder uns noch Gott etwas vor machen – wir ernten, was wir säen. Und wenn wir das „Säen“ vor uns aufschieben, dann wird unsere „Ernte“ sehr mager ausfallen (so manche lange vor mich hin prokrastinierte Prüfung habe ich zweimal geschrieben).

Auch das Prediger-Buch hat hierzu etwas zu sagen (Prediger 11, 4):

Wer immer nach dem Wind sieht und auf das passende Wetter wartet, der kommt weder zum Säen noch zum Ernten.

Wenn wir nur unsere Schränke aufräumen, Wohnungen putzen oder Hobbys pflegen und dabei die eigentlich wirklich dringenden Aufgaben vergessen – also immer nur auf das passende Wetter warten – verpassen wir Saat und Ernte – und würden irgendwann „verhungern“.

Die Bibel sagt uns also nicht „Du sollst nichts vor dir aufschieben“, Sprüche 21, 5 rät uns sogar dazu, uns erst einmal einen Plan zu machen. Doch Gottes Wort macht uns auch klar, dass wir Prioritäten setzen und die wirklich wichtigen Dinge anpacken müssen, wenn wir ein gutes Ergebnis möchten – von nichts kommt nichts.

Zum Schluss noch ein Gedanke aus der Schöpfungsgeschichte. Dort heißt es im 1. Mose 2,1:
Am siebten Tag hatte Gott sein Werk vollendet und ruhte von aller seiner Arbeit aus.
Es heißt nicht „Und Gott ruhte einen Tag und begann dann seine Arbeit.“ Nein, Gott packt die Dinge an, er „vollendet sein Werk“ und ruht sich dann aus, verdienterweise und nach getaner Arbeit.

Wir können und sollen nicht unentwegt arbeiten (Prediger 12,12 warnt uns davor) – aber ist eine Pause oder eine Ablenkung durch andere Dinge nicht viel schöner, wenn man die eigentliche Aufgabe erledigt hat?!

Hochzeitsfieber

Das Hochzeitsfieber ist ausgebrochen:

„Rette sich, wer kann“ rufen die Singles
„Damit lassen wir uns noch Zeit“ versprechen die Verliebten
„Habt ihr euch das gut überlegt“ fragen die lang-Verheirateten
„Hoffentlich fall ich nicht hin“, fleht die Braut
„Ich bin froh, wenn der ganze Stress vorbei ist“, hofft der Bräutigam.

Die Trauzeugen drohen mit Brautentführung, die eigenen Eltern mit Polterabend – so sind zumindest meine Erfahrungen.

Dieses Jahr gibt es in meinem Freundeskreis so viele Hochzeiten wie noch nie, eine regelrechte Wedding-Welle – Jahre später gefolgt vom Baby-Boom.
Doch neben all dem Organisationsstress, den Sorgen um den Ablauf und das Wetter, den Diäten, um am entscheidenden Tag in’s Kleid zu passen – neben all dem ist es manchmal schwer, den Fokus nicht zu verlieren.

„Ja ist ein winziges Wörtchen, doch es ist die schönste Brücke zwischen zwei Menschen“

Das steht auf einer Postkarte in unserem Flur und beschreibt für mich gut, um was es geht. Zwei Menschen sagen „Ja“ zueinander, zu einem Leben zu zweit, dazu, gute und schlechte Zeiten zu teilen, Hand in Hand.

Im Film „Avatar“ sagen die Hauptfiguren nicht „Ich liebe dich“, sondern „Ich sehe dich“

Zwei Menschen sehen und nehmen einander an, mit allen Stärken und Schwächen, Wünschen, Plänen, Hoffnungen, Träumen, mit allen Gedanken, Gefühlen, mit der Vergangenheit und der gegenwärtigen Situation. Bei einer Hochzeit wird genau das bekräftigt. Sei es in Form eines selbstgeschriebenen Versprechens oder eines einfachen „Ja“s.

Ich bin froh, dass bei unserer Hochzeit alles Organisatorische gut geklappt, das Wetter gehalten hat und ich in mein Kleid gepasst habe. Und ich bin dankbar für all die Menschen, die fleißig dabei geholfen haben – doch vor allem fühle ich mich von Gott beschenkt mit einem wunderbaren Menschen an meiner Seite. Für mich ist es ein Segen Gottes, dass ich so jung heiraten durfte – umso länger haben wir Zeit, die „Ja“-Brücke zwischen uns aufrechtzuerhalten und immer weiter und stärker auszubauen.

Hochzeiten sind stressig, aufregend, manchmal nervig – doch auch wunderschön, denn sie bestätigen öffentlich eine der schönsten Erfindungen Gottes: die Liebe.

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei; doch die Liebe ist die größte unter ihnen.“ (1. Korinther 13,13)

„Die Liebe hört niemals auf“ (1. Korinther 13,8a)

"Und siehe, es war sehr gut…"

Ist Gottes Schöpfung nicht wundervoll? Oft hasten wir durch die Welt, gefangen von unseren Terminen, Problemen, Sorgen, und merken dabei gar nicht, wie schön oft alles um uns herum ist. Diese kleine Bildergalerie soll dich ermutigen, die Augen wieder zu öffnen und die Wunder von Gottes Schöpfung wahrzunehmen und zu genießen.

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Der frühe Vogel und die zweite Maus

Normalerweise gehöre ich zur Spezies der Langschläfer und Morgenmuffel und fühle mich auch sehr wohl dort.
img_3701Heute trieb mich jedoch weit vor meiner eigentlichen Zeit ein Albtraum aus dem Bett. Ok, dachte ich mir, wenn ich jetzt schonmal in einer aufrechten statt liegenden Position bin, dann mache ich mich jetzt motiviert an’s Werk – getreu dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Schließlich stehen Uni-Prüfungen an, je früher ich aufstehe, desto mehr kann ich lernen.
Merkwürdigerweise sind seitdem ein paar Stunden vergangen, ohne dass ich irgendeinen Wurm gesehen hätte, den es sich zu fangen lohnt. Und das, obwohl ich es geschafft habe, wach zu werden, ohne dreimal gegen die Wand zu laufen oder fünf Tassen Kaffee zu trinken.

der-frc3bche-vogelSchnell wieder müde wurde ich dann aber doch und im Moment fühle ich mich eher nach „Der frühe Vogel kann mich mal“. Offensichlich lässt sich die Langschläfer-Mentalität nicht durch einen Albtraum vertreiben. Aber dennoch, wenn ich darüber nachdenke, habe ich schon einiges geschafft, was ich sonst erst jetzt begonnen hätte- einen kleinen Wurm hab  ich also vielleicht gefunden. Trotzdem werde ich mir jetzt noch eine Tasse Kaffee machen und es dann  mal mit „… aber die zweite Maus bekommt den Käse“ versuchen.

Und egal, ob ihr schon hellwach oder noch im Tiefschlaf seid – ich wünsche  euch einen guten Tag.

"Ja, ich will" – oder "Ja, mit Gottes Hilfe"???

Vor einigen Wochen habe ich „Ja, ich will“ gesagt – zu meinem Traummann, vor meinen Lieben als Zeugen. Eine Entscheidung für’s Leben, die ich aus tiefstem Herzen und in vollster Überzeugung, dass sie richtig ist, getroffen habe. Ich habe entschieden, denn ich bin mir sicher und ich bestimme ja schließlich auch allein über mein Leben – oder eben doch nicht?

img_20150130_161900In diesem Fall mag ich die kirchliche Antwort auf die Frage aller Frage lieber als die offiziell staatliche, denn dort wird die entscheidene dritte Komponente in einer (christlichen) Ehe mit einbezogen. Die „richtige“ Antwort (wenn man nicht dramatisch-filmreif vom Altar flüchten will) lautet dort: „Ja, mit Gottes Hilfe.“
Denn genauso ist es doch: Wir sind zwar Bestimmer über unser Leben, haben unseren eigenen Kopf und einen freien Willen, doch wenn wir mit Jesus leben, dann geben wir unser Leben in seine Hand, lassen ihn unseren Lebensweg prägen, fragen nach seinem Willen und vertrauen auf seine Hilfe.

Jakobus 4, 13-15 sagt dazu:

Nun zu euch, die ihr sagt: »Heute oder spätestens morgen werden wir in die und die Stadt reisen! Wir werden ein Jahr lang dort bleiben, werden Geschäfte machen und werden viel Geld verdienen!« Dabei wisst ihr nicht einmal, was morgen sein wird! Was ist schon euer Leben? Ein Dampfwölkchen seid ihr, das für eine kleine Weile zu sehen ist und dann wieder verschwindet. Statt solche selbstsicheren Behauptungen aufzustellen, solltet ihr lieber sagen: »Wenn der Herr es will, werden wir dann noch am Leben sein und dieses oder jenes tun.«
Vor meinem „Ja, ich will“, habe ich viel gebetet und Gott um seinen Rat und seine Meinung zu meinem jetzigen Mann gebeten – ist er wirklich der Richtige? Erst nach dieser Abstimmung mit Gott habe ich meine Entscheidung laut vor Staat, Trauzeugen und Ehemann bekräftigt.
Gott möchte uns nicht unsere eigenen Entscheidungen oder unseren freien Willen rauben – aber er freut sich darüber, wenn wir diese mit ihm abstimmen und uns nach ihm ausrichten. Vielleicht verstehen wir seine Wege manchmal nicht oder haben Angst, dass Gottes Pläne für uns nicht unseren eigenen entsprechen. Manchmal wissen wir auch einfach nicht, was die Zukunft uns bringt oder wo wir in nächster Zeit sein werden. Dann brauchen wir das Vertrauen darauf, dass Gott nur das Beste für uns möchte.Also, was sagst du: „Ja, ICH will“ oder „Ja, mit GOTTes Hilfe“?!

Vertrauensvoll beten

Wann hast du das letzte Mal vertrauensvoll gebetet?
Also so richtig im vollen Vertrauen auf Gott, ohne jeden kleinsten Restzweifel.
Ich habe in letzter Zeit gemerkt, dass das ein Punkt ist, der mir relativ schwer fällt. Vor allem dann, wenn ich in unsicheren Zeiten geplagt bin von Zukunftsängsten, Nicht-Wissen oder dem Gefühl, Gott handelt nicht und ist ganz weit weg. Dann bete ich zwar und mein Kopf vertraut auch darauf, dass Gott mich erhöht, doch mein Herz bleibt oft ein wenig zweifelnd zurück.

Dann lass ich im Jakobusbrief 1, 5-8 und das traf voll in’s Schwarze:

blogbild-vertrauensvoll-beten“ Wenn es aber einem von euch an Weisheit fehlt, bitte er Gott darum, und sie wird ihm gegeben werden; denn Gott gibt allen gern und macht dem, der ihn bittet, keine Vorhaltungen. Doch soll der Betreffende seine Bitte in einer Haltung des Vertrauens vorbringen und nicht in der Haltung des Zweiflers; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die – vom Wind aufgepeitscht – einmal hierhin und dann wieder dorthin getrieben wird.Ein solcher Mensch soll nicht meinen, er werde vom Herrn etwas bekommen, denn er ist in seinem Innersten gespalten, und seine Unbeständigkeit kommt bei allem, was er unternimmt, zum Vorschein.“

Das hat mich sehr berührt und ich habe gleich ausprobiert, vertrauensvoller zu beten, mit Gott zu rechnen, ja, sogar von ihm zu erwarten, dass er handelt. Und er tat es!

Ich möchte dir Mut machen, beim Beten tief in dich hineinzuhorchen, ob du Zweifel hast, dass Gott dein Gebet erhört. Wenn dem so ist, leg sie ab und wende dich mit ganzem Vertrauen und ganzem Herzen an Gott – er wird dich nicht enttäuschen.