Tausche Traurigkeit gegen Freude

Diese Woche war für mich bisher eine der schlechtesten des Jahres. Ich habe viel geweint, war mut- und hoffnungslos, ängstlich, verzweifelt, unmotiviert, schlecht gelaunt und auch körperlich nicht gut drauf.

Heute habe ich mal einen Abend für mich und hatte daher Zeit, Lobpreis zu machen und Bibel zu lesen. Ich muss zugeben, danach gefühlt habe ich mich überhaupt nicht: Wie soll ich Loblieder auf einen Gott singen, der gerade so weit weg von mir, der mich scheinbar so allein lässt?! Wieso sollte ich in seinem Wort von ihm lesen wollen, wo er doch gerade nichts von mir wissen will?!

Aber tief im Herzen habe ich heute den ganzen Tag gemerkt, wie Jesus zu mir sagte: „Komm zu mir, nur ich kann dich gesund machen. Ich will dir neue Freude und Hoffnung geben.“

Also habe ich gesagt „Ok Gott, ich komme zu dir. Zu wem sonst sollte ich auch gehen. Ich komme zu dir und erwarte, dass du wirkst.“ Ich schlug meine Bibel bei den Psalmen auf und landete bei 142 und 143:

„Herr, deshalb bete ich zu dir. Ich sage: »Du bist meine Zuflucht. Du bist alles, was ich im Leben will. Höre mein Rufen, denn ich bin mit meiner Kraft am Ende. (…)«“ (Psalm 142, 6-7)

„Ich verliere alle Hoffnung und bin gelähmt vor Angst.
Ich denke an die alten Zeiten Ich erinnere mich an deine großen Taten. Ich mache mir über deine Werke Gedanken.
Ich strecke meine Hände nach dir aus. Ich sehne mich nach dir, wie dürres Land nach Regen dürstet.
Herr, komm schnell und erhöre mich, denn meine Verzweiflung wird immer größer. (…) Lass mich schon am Morgen deine Gnade erfahren, denn ich vertraue auf dich. (…)“ (Psalm 143, 3-8)

Noch nie vorher konnte ich so deutlich nachvollziehen, in was für einer Situation sich David befand, als er diese Verse schrieb. Meine äußeren Umstände sind sicher anders, doch innerlich fühlte ich mich genau wie er es hier beschreibt.

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Und in meine Hoffnungslosigkeit hinein antwortete Gott. Ich setzte mich hin und griff und relativ wahllos drei Lieder heraus. (Für die musikalischen unter euch, es waren „Jesus, berühre mich“, „Du tust“ und „Großer Gott“.) Und ich war unglaublich überrascht, wie gut diese Lieder, die ich eigentlich zuerst gar nicht singen wollte, zu meiner Situation passen, wie mutmachend sie für mich waren:

„Nur ein Blick aus deinen Augen, nur ein Wort aus deinem Mund. Und die Heilungsströme fließen, meine Seele wird gesund“ (Jesus, berühre mich)

„Meine Seele sucht Heimat, mein Herz sucht Glück,
doch wo immer ich hingeh, geht’s mal vor und mal zurück.
Ich sehn mich nach Frieden, was ich auch tu,
am Ziel meiner Suche stehst du.
Mein Freudeschenker, mein Heimatgeber,
mein Glücklichmacher und mein Schuldvergeber,
mein Friedensbringer und mein Worteinhalter,
mein Liebesspender bist du.
Du tust im Innern meiner Seele gut
und du tust, was Balsam auf den Wunden tut,
und du suchst mich, wenn ich mich in mir verlier.“ (Du tust)

„Großer Gott, vor dir kann ich ehrlich sein,
muss nichts mehr beschönigen,
denn du selbst löschst mein Versagen aus.
Du bist gut, ja unbeschreibbar gut,
stehst treu zu deinem Wort
und lässt mich niemals los.
Die Sonne deiner Liebe wärmt mein Herz,
durch jede Wolkenfront,
egal was kommen mag.“ (Großer Gott)

Wow! Ich selbst hätte es nicht besser beschreiben können. Mir wurde beim Singen neu klar, dass alles, was mir gerade fehlt, was ich mir wünsche und wonach ich mich sehne, in Gott ist. Ich bin dankbar für alle Menschen, die Gott mir helfend an die Seite steht, aber wirklich tief im Inneren heil machen kann nur er. Wenn meine Kraft am Ende ist, fängt seine gerade erst an. Er ist Freude, Motivation, Hoffnung, Glück, Liebe, Sonne, Wärme, Friede, Quelle, Heimat und Heilung. Er ist das Ziel der Suche, das Ende des Weges – er ist alles. Und er tauscht meine Traurigkeit gegen seine Freude! Hallelujah!