Erstens kommt es anders…

… und zweitens als man denkt.

Die Wahrheit dieses Sprichworts durfte ich heute wieder am eigenen Leib erfahren.
Mein Mann und ich machten uns auf den Weg zum Familienbesuch in den Norden Deutschlands. Das Gepäck war komplett und für die nötigen Umstiege mit Bus, Bahn und Co hatten wir genügend Zeit eingeplant – da konnte eigentlich nichts mehr schief gehen.

Erstens kommt es anders… weiterlesen

Mein Sprung ins kalte Wasser

Wie im letzten Blog versprochen, werde ich euch noch von der Erfahrung erzählen, die ich in meiner Facebook- und Fernsehfreien-Woche machen durfte.

Mit meinem Mann mache ich öfter Lobpreis in unserer Kirche oder auch unserer Studentengemeinde. Das macht jedes Mal sehr viel Spaß und ist eine unglaublich gesegnete Zeit – sowohl für uns als auch für andere, die uns hinterher oft berichten, dass sie eine gute Lobpreiszeit hatten. Davon bin ich jedes Mal tief berührt und erinnere mich wieder, warum ich am Sonntag so früh (für mich mitten in der Nacht) aufstehe und zum Soundcheck gehe – für Gott und sein Reich.

Letzte Woche bekam ich dann eine überraschende E-Mail: Einige Frauen aus meiner Kirche hatten mich zum Lobpreis gehört und nun angefragt, ob ich sie nicht zum Frauenfrühstück am Klavier begleiten und komplett eigenverantwortlich durch den Lobpreis leiten möchte. Schluck – ich sollte, ganz allein, ohne jemanden an meiner Seite, Lobpreis begleiten? Kann ich das denn überhaupt? Darüber musste ich erst einmal nachdenken und vor allem beten.

Ich bat Gott um Hilfe bei der Entscheidung und machte Lobpreis zu Hause.

Du rufst mich raus auf’s weite Wasser, wo Füße nicht mehr sicher stehen.
Dort finde ich dich im Verborgenen, mein Glaube trägt im tiefen Meer.

Diese Zeilen aus dem Lied „Meer/Oceans“ sprachen genau in meine Situation und Gott machte mir darin klar, dass das Frauenfrühstück gerade mein „kaltes Wasser“ ist, in das ich mich mit ihm gemeinsam begeben soll. Denn ich bin ja gar nicht allein – er ist an meiner Seite.
Also sang ich (auch aus „Meer“):

Führ mich dorthin, wo ich unbegrenzt vertraue,
lass mich auf dem Wasser laufen,
wo immer du mich hinführst.
Führ mich tiefer, als ich selber jemals gehen kann,
dass ich fest im Glauben stehe,
in der Gegenwart des Retters.

Die Entscheidung war gefallen.

20160207_145815
Das Frauenfrühstück war eine von Gott durch und durch gesegnete Zeit. Meine Mama besuchte mich und damit auch zum ersten Mal „meine“ Kirche, was mich wirklich unglaublich freute!
Für das Thema des Frühstücks – Was trägt mich in den Tiefen meines Lebens – hatte ich ein Lied geschrieben, was ich zum ersten Mal vor Publikum präsentierte – eine sehr aufregende Premiere.
Der Sprung ins kalte Wasser hat sich absolut gelohnt, Gott hat mich dafür reich gesegnet und mich dafür gebraucht, sein Reich zu bauen.
Ich bin sehr dankbar für diese Entscheidung, die ich ohne Fasten und den Fokus auf Gott vielleicht anders getroffen hätte. Dadurch konnte ich genau das erleben, was im Lied „Leuchtturm“ beschrieben ist:

Wenn ich zweifle und kämpf mit mir,
wenn ich falle, bist du doch hier.
Auch im Schweigen bist du stets da,
in den Fragen bleibt dein Wort nah.
Deine Liebe trägt mich durch, du bist mein Halt in der rauen See.

Ich freue mich schon aufs nächste Frauenfrühstück 😉

Meine Woche ohne zwei und mit einem anderen "F"

Heute habe ich mich das erste Mal seit einer Woche wieder bei Facebook eingeloggt – für mich als kleiner Smartphone-Junkie ein sehr feierlicher Moment.
Nach einer Woche Facebook- und TV-Fasten durfte ich heute das erste Mal wieder in der sozialen virtuellen Welt aktiv werden.

Warum hab ich gefastet? Wie hab ich das angestellt? Und was hat es mir gebracht? Ein Erfahrungsbericht und Rückblick.

Warum 1 Woche ohne Facebook und Fernsehen?

Nach einer sehr ermutigenden Predigt im Gottesdienst, habe ich mich letzten Sonntag dazu entschlossen, die vorösterliche Fastenzeit doch einmal zu nutzen. Auf Nahrung verzichten wollte ich nicht – das macht mein Mann zwar, aber dafür liebe ich Essen viel zu sehr. Aber ich habe überlegt, was mich wirklich von Gott trennt und mir wertvolle Zeit stiehlt, die ich sinnvoller mit ihm verbringen könnte. Die Antwort fand ich sehr schnell: die zwei „bösen“ F – Facebook und Fernsehen! Also war mein Entschluss ebenso schnell gefasst: ich „F“-Faste.

Screenshot 2016-03-13 22.13.12
Wie 1 Woche ohne Facebook und Fernsehen?

Am Sonntag war es noch sehr ungewohnt. Mich am PC von Facebook abzumelden war kein Problem. Auch auf dem Handy ist es einfach, sich von der normalen Facebook-App abzumelden. Abgesehen von ein paar verzweifelten Versuchen seitens Facebook („Willst du dich wirklich abmelden?“, „Komm uns bald wieder besuchen“ etc.) ging das Ganze schnell. Wesentlich herausfordernder gestaltete sich die Abmeldung vom Messenger – ein Ausloggen ist gar nicht, eine Deaktivierung der Benachrichtigung nur für jeweils 8 Stunden möglich – Fasten nicht vorgesehen. Hier merkte ich zum ersten Mal einen starken Angriffspunkt. Dennoch gelang es mir im Laufe der Woche erstaunlich gut, die aufblinkenden Nachrichten einfach zu ignorieren bzw. wegzuwischen, ohne sie zu lesen.
Zweimal gab es einen kleinen „Rückfall“, da zwei Menschen meinen vorsorglichen Post auf Facebook, dass ich eine Woche nur über WhatsApp oder E-Mail zu erreichen bin, nicht gelesen hatten und mir eine dringend zu klärende Nachrichten über Facebook schickten. Ich habe mir erlaubt, darauf zu antworten, jedoch alle weiteren Nachrichten und Benachrichtigungen ignoriert – und es war nicht einmal schwierig. Ganz im Gegenteil, ich fühlte mich erleichtert: Da ich wusste, ich bekomme keine Facebook-Nachrichten, bestand auch nicht die Notwendigkeit, alle 5 Minuten auf mein Handy zu schauen – sehr befreiend und erstaunlich schnell völlig normal.

20160313_221403
Auch der erste Tag ohne Fernsehen war merkwürdig. Ich erledige momentan 95% meiner Arbeiten von zu Hause aus und habe mir schon einen festen Rhythmus angewöhnt. Zu diesem zählten auch bestimmte Fernsehsendungen. Über die letzten Wochen war ich zur lebenden TV-Zeitungen geworden, die genau Auskunft über Sender, Sendezeit und (Sinnlos-)Inhalt einer Sendung geben konnte. Im ersten Moment wusste ich nicht, wie ich die nun frei gewordene Zeit füllen sollte – bis ich mich an den Grund meines Fastens erinnerte: Gott näher zu kommen. Also betete ich, las Bibel und pries Gott im Lobpreis. Das war eine sehr gesegnete Zeit!
Auch die Abende verbrachte(n) ich (wir) oft mit Fernsehen – mein Mann unterstützte mich jedoch im TV-Fasten, sodass wir 7 Abende ohne eine einzige TV-Minute und damit genügend Zeit hatten, alternative Abendbeschäftigungen zu suchen und auszuprobieren. Es ist erstaunlich, wie viel andere Tätigkeiten es außer TV gibt, auch am Abend!

Was bringt 1 Woche ohne Facebook und Fernsehen?

Ganz davon abgesehen, dass die reduzierte Ablenkung und der Zugewinn an Zeit unglaublich hilfreich für die Fertigstellung meiner Masterarbeit und das Lesen meines Buchs waren (ja, auch das war ein Grund für das Fasten), bin ich Gott ein ganzes Stück näher gekommen. Er stellte mich sogar vor eine herausfordernde Entscheidung, die ich ohne Fasten und den dadurch erhöhten Fokus auf ihn vielleicht anders getroffen hätte (was genau das war, erfahrt ihr in einem kommenden Blog).
Auch die fernsehfreien Abende mit meinem Mann habe ich als gesegnete Zeit erlebt, für die ich sehr dankbar bin.
Was bleibt am Ende? Viele positive Erfahrungen und die Erkenntnis, dass ich nicht immer virtuell erreichbar sein und jede Nachricht sofort lesen und beantworten muss, sondern dass ein Leben ohne die beiden großen „F“ möglich ist – und dass sogar sehr gut!

Screenshot 2016-03-13 20.11.45
Und bei Facebook: nach einer Woche ohne soziales Netzwerkleben – 1 beantwortete Freundschaftsanfrage, 4 Nachrichten und 1 Nachrichtenanfrage sowie 94 Benachrichtigungen – 99,5% davon völlig überflüssig und sinnfrei.

Und wie geht’s weiter? Ein Ausblick.

Nachdem ich heute wieder 15 Minuten bei Facebook angemeldet war, Nachrichten beantwortet und Benachrichtigungen durchgescrollt habe, bin ich wieder offline gegangen – die kleine blinkende Zahl an meinem oberen Bildschirmrand, wenn wieder eine neue Sinnlos-Nachricht ankam, empfand ich nach einer Woche ohne sie nur noch als nervig.
Ich werde sowohl dem Fernsehen als auch Facebook nicht dauerhaft adé sagen, denn ab und an finden sich ja auch dort sinnvolle, hilfreiche oder einfach unterhaltsame Inhalte – und wenn es die Geburtstagserinnerungen sind… Aber ich habe beschlossen, nicht mehr Dauer-Online zu sein und die Benachrichtigungen im Messenger auch öfter mal abzustellen – kurz-um, öfter mal in den Offline-Modus zu wechseln.

Screenshot_2016-03-13-22-22-27

Und wie heißt du?

Ich denke zur Zeit viel über (Baby-)Namen nach. Und um gleich allen Spekulationen vorzubeugen: Nein, ich bin nicht schwanger! Aber ich finde Namen, ihre Herkunft, ihre Bedeutung und auch ihren Klang mit verschiedenen Nachnamen interessant.
Ich hatte schon Probleme, die Namen für meine Haustiere auszuwählen – ungleich komplizierter wird es bei Menschen.

In meiner berufsbegleitenden Ausbildung haben einige Teilnehmer Kinder und neulich kam das Thema auf, ob Namen nicht auch eine Diagnose sein können – getreu dem Motto „Sag mir, wie du heißt und ich sag dir, wer du bist.“ (Ja ich weiß schon, die Sozialpädagogen und Psychologen schon wieder) 🙂

Ich möchte niemandem zu nah treten, aber mal ganz ehrlich, die Namensauswahl für den Nachwuchs will wohlüberlegt sein: Was ist gerade (wieder) Trend? (Wie heißen also alle, sodass ich mein Kind auf keinen Fall so nenne?) Was bedeutet der favorisierte Name? Wo kommt er her? Welche Bedeutungen hat der Name in anderen Sprachen? Wen kenne ich mit dem gleichen Namen? (Und will ich wirklich, dass mein Kind auch so heißt?) Klingt der Vorname zusammen mit meinem Nachnamen gut?

20160303_211222Bei einem Praktikum im Kindergarten stieß ich auf sehr, nun sagen wir, ausgefallene Namen: den kleinen Tillmann fütterte ich mit Brei, mit Flora-Erna spielte ich Kuchenbäckerei auf dem Spielplatz.
Gefährlich (für den kleinen Sprössling) wird es, wenn die kreative Namenswut der Eltern keine Grenzen kennt und zusammentrifft mit unglücklichen Schreibfehlern. Erst kürzlich wurde in Dresden der kleine Sturmhorst-Siegbald-Torsten geboren, sogar der Stern berichtete darüber. Glücklicherweise gab es schnell Entwarnung – ein Schreibfehler war Schuld an der Namensauswahl. Doch ob der eigentliche Name nun wirklich so viel anders ist?  Aus Sturmhorst wurde Sturmhart…
Dass ungewöhnliche Namen gar nicht mehr so ungewöhnlich sind, zeigt meine persönliche kleine Auswahl (und ja, diese Namen gibt es wirklich):

  • Apple und Moses (Kinder von Gwyneth Paltrow)
  • Royal Reign (das Kind von Rapperin Lil Kim)
  • Sexmus Ronny (Deutschland)
  • Camino Santiago Freigeist (Deutschland)
  • Facebookson (Brasilien)
  • Henry Günter Ademola Dashtu (Kind von Heidi Klum und Seal)
  • Fritz Horst (Neujahrsbaby 2016)

Lach-Link: Vom Standesamt abgelehnte vs. genehmigte Vornamen

Und noch was zum Lachen: Die 20 schrecklichsten Babynamen

Wohl recherchiert will auch die Herkunft des Lieblingsnamens sein. Bis vor Kurzem war Amelie noch ganz oben auf meiner Favoritenliste – bis ich erfahren habe, dass der Begriff in der Pathologie „ohne Arme und Beine“ bedeutet. Ihr könnt euch sicher denken, dass dieser schöne Mädchenname nun ein paar Plätze auf meiner TopTen Liste nach unten gerutscht ist.

Doch nochmal zurück zur Namensdiagnose: Ganz vorn liegen bei dieser Hypothese („Dein Name ist deine Lebensdiagnose“) Kevin, Jason, Chantal, Jacqueline und Co. Am besten gepaart mit wunderbaren deutschen Nachnamen wie Meier, Schulze, Schmidt oder Lehmann. Was die Diagnose in diesem Fall genau sein kann, das überlasse ich mal euch selbst…

Übrigens: Habt ihr schonmal eure Eltern gefragt, wie euer Name gewesen wäre, wenn ihr ein Junge statt Mädchen oder umgekehrt wärt? Ich bin sehr froh, dass ich ein Mädchen geworden bin, denn die Namensvorschläge meiner Eltern – entschuldigt, ihr beiden – wenn ich ein Junge geworden wäre, wären schrecklich gewesen..

Und was, wenn man sich nicht entscheiden kann? Die Lösung: Doppelnamen! Meinen hab ich letztlich auch nur verpasst bekommen, weil meine Eltern sich nicht entscheiden konnten – danke, Mama und Papa, dass ihr nicht noch den Rest der Familie in die Namensentscheidung einbezogen habt, sonst hätte ich 20 Vornamen  😉 (Allein Opa hat fünf und ich bin doch nicht Pippilotta Viktualia Rollgardina Schokominza Efraimstochter Langstrumpf)

In diesem Sinne, viel Spaß beim Namenssuchen – für Haushaltsgegenstände (ja, mein Fahrrad hat einen Namen), Haustieren, Hausmenschen oder was/wen auch immer. Namen sind manchmal eben doch mehr als Schall und Rauch.

P.S. Ihr dürft mir gern als Kommentar eure Favoriten oder auch die lustigsten „Namensdiagnosen“ schreiben, die ihr kennt – ich bin gespannt. Meine tatsächlichen Lieblingsnamen verrate ich euch natürlich nicht, nachher wird das noch ein Trend 😉

P.P.S. Wenn sich jetzt jemand beleidigt oder angegriffen fühlt, bitte verzeiht mir diesen augenzwinkernden Text 🙂

Längeres und gesünderes Leben durch Kloster?!

Dass Frauen länger leben als Männer, ist schon längst kein Geheimnis mehr und hat verschiedene Ursachen. Durchschnittlich 5 Jahre mehr dürfen Frauen auf dieser Welt verbringen als Männer.
Ein Zitat aus den 60er/70er Jahren fasst das folgendermaßen zusammen:
„Women are sicker, but men die quicker“.
Die große Frage ist bloß: Sind die Männer selbst Schuld aufgrund ihres ungesunden Lebensstils oder sind sie genetisch dazu bestimmt, früher zu sterben?
Schaut man sich hingegen Nonnen und Mönchen an, erlebt man eine Überraschung, die der Forscher Dr. Marc Luy in seinen „Klosterstudien“ herausfand, die er seit 1998 durchführt und ständig erweitert. Er ging von folgender Annahme aus: Wenn biologisch-genetische Faktoren den Unterschied in der Lebenserwartung bedingen, dann gäbe es sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch im Kloster Unterschiede in der Lebenserwartung von Frauen und Männern. Sind aber Lebensstil, Verhalten und Umwelt Schuld, also Faktoren, die der Mensch beeinflussen kann, dann sollte sich die Lebenserwartung von Nonnen und Mönchen nicht groß voneinander unterscheiden, da sie einen sehr ähnlichen Lebenswandel haben. Luy untersuchte circa 12.000 Datensätze von Ordensgemeinschaften v.a. in Bayern und machte die erstaunliche Entdeckung, dass Nonnen und Mönche in etwa gleich alt werden. Die Ordensfrauen und –männer ähneln sich stark in vielen nicht-biologischen Faktoren, wie Lebensstil, Ernährung, Tagesablauf, Beruf und Wohnverhältnisse. Demzufolge sind die Sterblichkeitsunterschiede in der Allgemeinbevölkerung eher auf solche Faktoren als auf die Biologie zurückzuführen. Zusätzlich fand Luy heraus, dass Mönche rund fünf Jahre länger leben als Männer in der Allgemeinbevölkerung, zwischen Nonnen und Frauen gibt es allerdings seit Ende des Zweiten Weltkrieges kaum Unterschiede in der Lebenserwartung. Kurz gesagt: Männer in der „normalen“ Welt scheinen ungesünder als Mönche zu leben und sterben deshalb früher – da hilft auch kein Franziskaner Weißbier.
20160117_080142
Der Unterschied zwischen Männern und Mönchen liegt laut Luy vor allem am klösterlich stark geregelten Tagesablauf, der mit geringerer Stressbelastung einhergeht, sowie am enthaltsameren Leben der männlichen Ordensbevölkerung. Durch ständiges Rezitieren, Beten und Bibel lesen bleiben die Klosterbewohner geistig fit. Zusätzlich sehen sich die langlebigen Mönche in ihrem Leben mit weniger Brüchen konfrontiert – Midlife-Crisis, Verrentung und Co. entfallen im Kloster schlichtweg. Das Paradox: Eigentlich wollen Mönche gar nicht länger leben. Luy berichtet von einem Mönch, der ihm sagte, dass sie eigentlich danach streben, Gott ganz nah zu sein – und am nächsten ist man Gott ja schließlich erst nach dem eigenen Ableben.
Doch genug von den Männern – was ist eigentlich mit den Frauen? Wie bereits erwähnt, gibt es kaum Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen Frauen und Nonnen. Doch findet man eventuell Differenzen in anderen Gesundheitsbereichen? Neben den Klosterstudien gibt es auch eine „Nonnenstudie“ von David Snowdon, die seit 1986 in Kentucky durchgeführt wird. Untersucht wurden circa 600 amerikanische Ordensschwestern zwischen 76 und 107 Jahren. Wie Mönche auch, zeichnen sich Nonnen durch eine sehr kontinuierliche Lebensführung über lange Zeit aus, etwa in puncto Tagesablauf oder Ernährung. Betrachtet wurden Laborbefunde, psychologische Fragebögen, histologische Gehirnschnitte und Lebensläufe der Teilnehmerinnen. Ein erstaunliches Ergebnis sei an dieser Stelle herausgestellt: die intellektuelle Leistungsfähigkeit der untersuchten Nonnen war unabhängig von ihren pathologischen Gehirnbefunden, die zahlreiche Alzheimer-Symptome aufwiesen. Das heißt: Auch Ordensschwestern, deren Gehirne von Alzheimer zerfressen waren, blieben bis ins hohe Alter noch geistig auf der Höhe. Zusätzlich fanden Snowdon und seine Kollegen einen Zusammenhang zwischen positiven Emotionen im frühen Leben und einer höheren Lebenserwartung. Glückliche Klosterfrauen leben länger – Klosterfrau Melissengeist sei Dank?!
Lautet die Patentlösung für alle aufgrund dieser Erkenntnisse jetzt, einfach ein paar Wochen lang ein gesundes Klosterleben zu führen? Oder müssen wir uns selbstständig im Alltag einen geregelteren Tagesablauf und einen gesünderen Lebensstil aneignen? Leider ist die Wirkung eines solchen Klosterurlaubs bis heute unklar – wäre ja auch zu schön, um wahr zu sein.

P.S.: Diesen Artikel habe ich für klinkholz.de geschrieben, er wurde auch dort bereits veröffentlicht.

Alles neu im Frühling

To-Do-Liste: Bloggen bzw. Blog überarbeiten

–> Check! 🙂 Naja, zumindest teilweise

Was ist neu?

Ihr findet ab jetzt neue Kategorien, eine neue Startseite, eine überarbeitete „Wer schreibt hier?„-Seite und hoffentlich – so zumindest mein Vorsatz – wieder regelmäßigere Blogbeiträge. Viel Spaß beim Stöbern.

Ansonsten freue ich mich auch immer über Kommentare, Nachrichten, Fragen, Themenvorschläge etc. über Twitter, Facebook oder Kontaktformular 😉

Unerwartet erinnert

Heute schickte mir eine Freundin einen Link, unter dem schöne Orte – sozusagen Geheimtipps – in meiner Stadt zu finden waren.
Nichts ungewöhnliches, solche Beiträge finden sich viele im Internet.
Das Besondere an diesem Beitrag war jedoch, dass ein Bild von dem Ort dabei war, an dem mein Mann und ich geheiratet haben – und dieses Bild auch noch am Tag unserer Hochzeit von einem unserer Freunde geschossen wurde.

DIGITAL CAMERA
So ähnlich sah das betreffende Bild aus 🙂

Darauf zu sehen waren also unser Trauungsort, unser Hochzeitsauto und einige Gäste.
Für mich war das Bild deshalb so überraschend, weil ich es erstens bis dahin noch nie zuvor gesehen hatte und zweitens nicht erwartet habe, in so einem Kontext plötzlich wieder an unsere Hochzeit erinnert zu werden.

Doch ist es nicht oft so im Leben? Wir planen viel und legen uns unser Leben zurecht, doch die meisten Ereignisse geschehen unerwartet. Ein plötzliches Wiedersehen mit einem alten Bekannten, Erinnerungen an längst vergangene Ereignisse, nicht vorhersehbare Veränderungen – all das geschieht, ohne dass wir es erwartet oder geplant haben.

Gestern stieß ich auf einen englischen Singer-Songwriter, Jamie Lawson. In seinem Song „Wasn’t Expecting That“ erzählt er von einer wunderbaren Liebesgeschichte, die genau durch solche unerwarteten Ereignisse entstanden ist – eine Hörprobe gibts hier.

Ich bin eigentlich ein Planungsmensch – ich liebe Kalender, Pläne, To-Do-Listen; sie geben mir Sicherheit. Doch heute war ich sehr froh über das plötzliche Auftauchen dieses Bildes und das erinnert werden. Denn eigentlich machen doch gerade die nicht vorhersagbaren Geschehnisse das Leben aufregend und spannend, oder?