Glück im Spiel?!

In unseren Flitterwochen war ich das erste (und vielleicht letzte?) Mal in meinem Leben in einem Casino. Schon länger wollte ich das mal ausprobieren, denn wie einige vielleicht wissen, arbeite ich ab und an auch mit Menschen zusammen, die spielsüchtiges Verhalten zeigen. Nun ergab sich auf dem Kreuzfahrtschiff die Gelegenheit, die Prinzipien dahinter am eigenen Leib zu erleben.

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Die Qual der Wahl…

Neulich war ich im Supermarkt und wollte Toastbrot kaufen. Also zielstrebig hin zum Brotregal, die einzig vorhandene Sorte gegriffen, zufrieden damit gewesen, bezahlt, fertig… schön wärs! Das mit dem „zielstrebig zum Brotregal“ klappte noch einigermaßen aber danach wurde es schon etwas komplizierter, denn statt 1 oder 2 Sorten Toastbrot lagen gefühlte 50 vor mir. Weizen-, Roggen-, Mischbrot, günstig, teuer, viele Scheiben, wenig Scheiben, viereckig, dreieckig… kurzum, ich fühlte mich schon vom Kauf einer simplen Sache wie Toastbrot völlig überfordert.

Das brachte mich zum Nachdenken über all die vielen Möglichkeiten in meinem Leben. Ich habe seit einigen Wochen meinen Studienabschluss in der Tasche – nun steht mir die Welt offen! Oder auch nicht, denn dazu muss ich mich erstmal entscheiden, wohin es nun gehen soll.
Nun ist die berühmte „Qual der Wahl“ kein unbekanntes, unbeschriebenes Problem der Mittzwanziger Generation, schon ganze Bücher wurden damit gefüllt. Trotzdem fand ich heute einen Spruch, der mich das Thema nun doch mal hier im Blog aufgreifen ließ:

24 Alter

Zwar kenne ich weder Nato-Mitarbeiter noch Rapper, doch seit letztem Jahr gibt es – inklusive mir – viele verheiratete Menschen in meinem Freundeskreis. Außerdem wären da unter anderem Finanzamt-Anwärterinnen, Lehrer, werdende Mütter, Studentinnen beim Schreiben der Abschlussarbeit, Chemiker im Ausland, chronische Studiengangswechsler etc. – eine bunte Mischung. Und alle ungefähr 24 +/- ein paar Jahre.

Ich muss gestehen, manchmal überfordert mich die vielfältige Auswahl des Lebens und seiner Wege. Ich habe mich vor meinem Studium dauernd gefragt, ob ich die richtige Wahl treffe, währenddessen ebenfalls und auch heute noch, nach meinem Abschluss, bin ich mir nicht sicher, ob ein anderer Job nicht noch besser für mich gewesen wäre. Viele Menschen streben nach Perfektion, nach Optimierung, nach dem Idealfall. Das führt dazu, dass es nie gut genug ist, dass es immer einen besseren Weg, eine perfektere Option gegeben hätte – chronische Unzufriedenheit als Krankheit einer ganzen Generation?!

Ich kenne das selbst nur allzu gut. Ob im Supermarkt, früh beim Blick in meinen Kleiderschrank oder beim Betrachten meines bisherigen und zukünftigen Lebenswegs: immer gäbe es die Möglichkeit für „hätte ich nicht besser…?“ und „was wäre wenn…?“.
Ich hab mir vorgenommen mein Denken diesbezüglich Stück für Stück zu verändern. Das heißt nicht, dass ich ab sofort mit allem zufrieden bin und keine Veränderung mehr möchte. Aber ich möchte aufhören, ständig alles zu hinterfragen und dauerhaft nach Perfektion zu streben. Vielmehr möchte ich glauben, dass es gut so ist, wie es gerade ist und dass ich zufrieden sein kann mit dem, was ich gerade habe. Im Glauben daran, dass Gott mich genau in diese Situation gestellt hat und mir schon mitteilen wird, wenn sich daran etwas ändern soll.

Ich sage das nicht etwa wegen der Entbehrungen, die ich zu ertragen hatte; denn ich habe gelernt, in jeder Lebenslage zufrieden zu sein. (…) Nichts ist mir unmöglich, weil der, der bei mir ist, mich stark macht.  (Philipper 4, 11;13)

Das Leben bietet mir scheinbar unendliche Möglichkeiten und ich bin gesegnet, mir ein paar davon auswählen zu können. Es gibt viele Antworten auf die Frage, wie die Mittzwanziger Generation mit all ihrem Überfluss an Möglichkeiten umgehen soll. (Meine Großeltern würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen wenn sie lesen, dass zuviel Auswahl für manche ein Problem darstellen kann).

Ich möchte darauf vertrauen, dass es vielleicht mehrere gute Wege gibt und dass mein Gott jeden einzelnen Schritt auf jedem dieser Weg schon kennt und mit mir geht.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. (Psalm 119,105)

Dann ist die Qual der Wahl vielleicht gar nicht mehr so quälend.

Übrigens: im Supermarkt retteten mich dann der Blick auf und der gezielte Griff zu eine(r) meiner Lieblingsmarken – manchmal ist der Mensch eben ein Gewohnheitstier und doch zufrieden mit dem, was er hat.

Und wie heißt du?

Ich denke zur Zeit viel über (Baby-)Namen nach. Und um gleich allen Spekulationen vorzubeugen: Nein, ich bin nicht schwanger! Aber ich finde Namen, ihre Herkunft, ihre Bedeutung und auch ihren Klang mit verschiedenen Nachnamen interessant.
Ich hatte schon Probleme, die Namen für meine Haustiere auszuwählen – ungleich komplizierter wird es bei Menschen.

In meiner berufsbegleitenden Ausbildung haben einige Teilnehmer Kinder und neulich kam das Thema auf, ob Namen nicht auch eine Diagnose sein können – getreu dem Motto „Sag mir, wie du heißt und ich sag dir, wer du bist.“ (Ja ich weiß schon, die Sozialpädagogen und Psychologen schon wieder) 🙂

Ich möchte niemandem zu nah treten, aber mal ganz ehrlich, die Namensauswahl für den Nachwuchs will wohlüberlegt sein: Was ist gerade (wieder) Trend? (Wie heißen also alle, sodass ich mein Kind auf keinen Fall so nenne?) Was bedeutet der favorisierte Name? Wo kommt er her? Welche Bedeutungen hat der Name in anderen Sprachen? Wen kenne ich mit dem gleichen Namen? (Und will ich wirklich, dass mein Kind auch so heißt?) Klingt der Vorname zusammen mit meinem Nachnamen gut?

20160303_211222Bei einem Praktikum im Kindergarten stieß ich auf sehr, nun sagen wir, ausgefallene Namen: den kleinen Tillmann fütterte ich mit Brei, mit Flora-Erna spielte ich Kuchenbäckerei auf dem Spielplatz.
Gefährlich (für den kleinen Sprössling) wird es, wenn die kreative Namenswut der Eltern keine Grenzen kennt und zusammentrifft mit unglücklichen Schreibfehlern. Erst kürzlich wurde in Dresden der kleine Sturmhorst-Siegbald-Torsten geboren, sogar der Stern berichtete darüber. Glücklicherweise gab es schnell Entwarnung – ein Schreibfehler war Schuld an der Namensauswahl. Doch ob der eigentliche Name nun wirklich so viel anders ist?  Aus Sturmhorst wurde Sturmhart…
Dass ungewöhnliche Namen gar nicht mehr so ungewöhnlich sind, zeigt meine persönliche kleine Auswahl (und ja, diese Namen gibt es wirklich):

  • Apple und Moses (Kinder von Gwyneth Paltrow)
  • Royal Reign (das Kind von Rapperin Lil Kim)
  • Sexmus Ronny (Deutschland)
  • Camino Santiago Freigeist (Deutschland)
  • Facebookson (Brasilien)
  • Henry Günter Ademola Dashtu (Kind von Heidi Klum und Seal)
  • Fritz Horst (Neujahrsbaby 2016)

Lach-Link: Vom Standesamt abgelehnte vs. genehmigte Vornamen

Und noch was zum Lachen: Die 20 schrecklichsten Babynamen

Wohl recherchiert will auch die Herkunft des Lieblingsnamens sein. Bis vor Kurzem war Amelie noch ganz oben auf meiner Favoritenliste – bis ich erfahren habe, dass der Begriff in der Pathologie „ohne Arme und Beine“ bedeutet. Ihr könnt euch sicher denken, dass dieser schöne Mädchenname nun ein paar Plätze auf meiner TopTen Liste nach unten gerutscht ist.

Doch nochmal zurück zur Namensdiagnose: Ganz vorn liegen bei dieser Hypothese („Dein Name ist deine Lebensdiagnose“) Kevin, Jason, Chantal, Jacqueline und Co. Am besten gepaart mit wunderbaren deutschen Nachnamen wie Meier, Schulze, Schmidt oder Lehmann. Was die Diagnose in diesem Fall genau sein kann, das überlasse ich mal euch selbst…

Übrigens: Habt ihr schonmal eure Eltern gefragt, wie euer Name gewesen wäre, wenn ihr ein Junge statt Mädchen oder umgekehrt wärt? Ich bin sehr froh, dass ich ein Mädchen geworden bin, denn die Namensvorschläge meiner Eltern – entschuldigt, ihr beiden – wenn ich ein Junge geworden wäre, wären schrecklich gewesen..

Und was, wenn man sich nicht entscheiden kann? Die Lösung: Doppelnamen! Meinen hab ich letztlich auch nur verpasst bekommen, weil meine Eltern sich nicht entscheiden konnten – danke, Mama und Papa, dass ihr nicht noch den Rest der Familie in die Namensentscheidung einbezogen habt, sonst hätte ich 20 Vornamen  😉 (Allein Opa hat fünf und ich bin doch nicht Pippilotta Viktualia Rollgardina Schokominza Efraimstochter Langstrumpf)

In diesem Sinne, viel Spaß beim Namenssuchen – für Haushaltsgegenstände (ja, mein Fahrrad hat einen Namen), Haustieren, Hausmenschen oder was/wen auch immer. Namen sind manchmal eben doch mehr als Schall und Rauch.

P.S. Ihr dürft mir gern als Kommentar eure Favoriten oder auch die lustigsten „Namensdiagnosen“ schreiben, die ihr kennt – ich bin gespannt. Meine tatsächlichen Lieblingsnamen verrate ich euch natürlich nicht, nachher wird das noch ein Trend 😉

P.P.S. Wenn sich jetzt jemand beleidigt oder angegriffen fühlt, bitte verzeiht mir diesen augenzwinkernden Text 🙂

Längeres und gesünderes Leben durch Kloster?!

Dass Frauen länger leben als Männer, ist schon längst kein Geheimnis mehr und hat verschiedene Ursachen. Durchschnittlich 5 Jahre mehr dürfen Frauen auf dieser Welt verbringen als Männer.
Ein Zitat aus den 60er/70er Jahren fasst das folgendermaßen zusammen:
„Women are sicker, but men die quicker“.
Die große Frage ist bloß: Sind die Männer selbst Schuld aufgrund ihres ungesunden Lebensstils oder sind sie genetisch dazu bestimmt, früher zu sterben?
Schaut man sich hingegen Nonnen und Mönchen an, erlebt man eine Überraschung, die der Forscher Dr. Marc Luy in seinen „Klosterstudien“ herausfand, die er seit 1998 durchführt und ständig erweitert. Er ging von folgender Annahme aus: Wenn biologisch-genetische Faktoren den Unterschied in der Lebenserwartung bedingen, dann gäbe es sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch im Kloster Unterschiede in der Lebenserwartung von Frauen und Männern. Sind aber Lebensstil, Verhalten und Umwelt Schuld, also Faktoren, die der Mensch beeinflussen kann, dann sollte sich die Lebenserwartung von Nonnen und Mönchen nicht groß voneinander unterscheiden, da sie einen sehr ähnlichen Lebenswandel haben. Luy untersuchte circa 12.000 Datensätze von Ordensgemeinschaften v.a. in Bayern und machte die erstaunliche Entdeckung, dass Nonnen und Mönche in etwa gleich alt werden. Die Ordensfrauen und –männer ähneln sich stark in vielen nicht-biologischen Faktoren, wie Lebensstil, Ernährung, Tagesablauf, Beruf und Wohnverhältnisse. Demzufolge sind die Sterblichkeitsunterschiede in der Allgemeinbevölkerung eher auf solche Faktoren als auf die Biologie zurückzuführen. Zusätzlich fand Luy heraus, dass Mönche rund fünf Jahre länger leben als Männer in der Allgemeinbevölkerung, zwischen Nonnen und Frauen gibt es allerdings seit Ende des Zweiten Weltkrieges kaum Unterschiede in der Lebenserwartung. Kurz gesagt: Männer in der „normalen“ Welt scheinen ungesünder als Mönche zu leben und sterben deshalb früher – da hilft auch kein Franziskaner Weißbier.
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Der Unterschied zwischen Männern und Mönchen liegt laut Luy vor allem am klösterlich stark geregelten Tagesablauf, der mit geringerer Stressbelastung einhergeht, sowie am enthaltsameren Leben der männlichen Ordensbevölkerung. Durch ständiges Rezitieren, Beten und Bibel lesen bleiben die Klosterbewohner geistig fit. Zusätzlich sehen sich die langlebigen Mönche in ihrem Leben mit weniger Brüchen konfrontiert – Midlife-Crisis, Verrentung und Co. entfallen im Kloster schlichtweg. Das Paradox: Eigentlich wollen Mönche gar nicht länger leben. Luy berichtet von einem Mönch, der ihm sagte, dass sie eigentlich danach streben, Gott ganz nah zu sein – und am nächsten ist man Gott ja schließlich erst nach dem eigenen Ableben.
Doch genug von den Männern – was ist eigentlich mit den Frauen? Wie bereits erwähnt, gibt es kaum Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen Frauen und Nonnen. Doch findet man eventuell Differenzen in anderen Gesundheitsbereichen? Neben den Klosterstudien gibt es auch eine „Nonnenstudie“ von David Snowdon, die seit 1986 in Kentucky durchgeführt wird. Untersucht wurden circa 600 amerikanische Ordensschwestern zwischen 76 und 107 Jahren. Wie Mönche auch, zeichnen sich Nonnen durch eine sehr kontinuierliche Lebensführung über lange Zeit aus, etwa in puncto Tagesablauf oder Ernährung. Betrachtet wurden Laborbefunde, psychologische Fragebögen, histologische Gehirnschnitte und Lebensläufe der Teilnehmerinnen. Ein erstaunliches Ergebnis sei an dieser Stelle herausgestellt: die intellektuelle Leistungsfähigkeit der untersuchten Nonnen war unabhängig von ihren pathologischen Gehirnbefunden, die zahlreiche Alzheimer-Symptome aufwiesen. Das heißt: Auch Ordensschwestern, deren Gehirne von Alzheimer zerfressen waren, blieben bis ins hohe Alter noch geistig auf der Höhe. Zusätzlich fanden Snowdon und seine Kollegen einen Zusammenhang zwischen positiven Emotionen im frühen Leben und einer höheren Lebenserwartung. Glückliche Klosterfrauen leben länger – Klosterfrau Melissengeist sei Dank?!
Lautet die Patentlösung für alle aufgrund dieser Erkenntnisse jetzt, einfach ein paar Wochen lang ein gesundes Klosterleben zu führen? Oder müssen wir uns selbstständig im Alltag einen geregelteren Tagesablauf und einen gesünderen Lebensstil aneignen? Leider ist die Wirkung eines solchen Klosterurlaubs bis heute unklar – wäre ja auch zu schön, um wahr zu sein.

P.S.: Diesen Artikel habe ich für klinkholz.de geschrieben, er wurde auch dort bereits veröffentlicht.

Freizeit – und nun?

Nachdem mich die letzten Tage der Prüfungsstress vom Schreiben abgehalten hat, habe ich nun meine allerletzte Prüfung in meinem Studentenleben hinter mir (abgesehen von der Abschlussarbeit) und das heißt, die nächsten Tage bin und habe ich frei!
Was für ein merkwürdiges Gefühl! Ich war die letzten Tage, Wochen, Monate so beschäftigt mit Hausarbeiten schreiben, Masterarbeitsstudie durchführen, Hochzeitsvorbereitungen, Lernen und sozialen Beziehungen pflegen, dass ich jede winzig kleine freie Sekunde geschätzt, aber oft müde rumgammelnd auf dem Sofa verbracht habe…
Und jetzt habe ich plötzlich ganz viele von diesen freien Sekunden – und bin völlig überfordert damit. Keine ungeschriebenen Seiten, keine ungelernten Buchkapitel, keine unbearbeiteten To-Do-Listen…. was mach ich denn jetzt?! Typisch Workaholic?!

Ist das nicht traurig? In unserer hektischen und schnelllebigen Welt hetzen wir oft umher, von einem Termin zum nächsten, ständig unter Druck und merken dabei oft gar nicht, wenn wir mal eine Pause bräuchten. Wenn wir dann doch mal eine haben, wissen zumindest wir Workaholics im ersten Moment damit gar nicht wirklich etwas anzufangen. Urlaub schön und gut, wenn man reist, tut man ja weiß, aber einfach so frei, zu Hause? Sehr herausfordernd!

Meist bin ich nach einem richtigen „Gammel-Sonntag“ sehr zwiegespalten: irgendwie war es schön, mal nichts zu tun und die Seele baumeln zu lassen, andererseits war ich fast so unproduktiv wie das Sofa selbst, auf dem ich den ganzen Tag lag. Doch „ausruhen“ kann ja auch mehr bedeuten, als nur gammelnd auf dem Sofa zu liegen – oder?

20150809_155612Vielleicht sollten wir uns einmal diese Steine als Vorbild nehmen: Sie sind die Ruhe selbst. Egal was kommt, sie ruhen in sich selbst, lassen sich durch nichts erschüttern. Sie haben also eine innere Ruhe.

Auch die Bibel gibt hilfreiche Tipps zur ruhenden Freizeitgestaltung und liefert einige gute Gründe, warum wir Ruhe brauchen. Hier ein paar biblische Beispiele, warum und wie man sich erholen kann.

1) Gott selbst ruhte nach seiner Masterarbeit, dem Meisterwerk Schöpfung, erst einmal aus (1. Mose 2,2) Zur Erinnerung daran sollen auch wir am siebten Tag der Woche – oder wenigstens einen Tag die Woche – ebenfalls ruhen. Diesen Ruhetag sollen wir für uns nutzen, um wieder neue Kraft zu tanken. (Markus 2, 27)

2) Ein Psalmbeter sehnt sich danach, einfach davonzufliegen und Ruhe zu finden (Psalm 55,7). Wie wäre es also mal mit einer kleinem Urlaubsreise, einem Kurztrip? Es muss ja nicht gleich das Flugzeug sein, Bahn, Auto oder selbst Rad helfen auch schon.

3) Ausruhen nach einer langen Wanderung, einer sportlichen Aktivität oder auch einfach einem langen Arbeitstag ist wunderbar und nötig. Das ging schon den Menschen so biblischen Zeiten so. (Esra 8,32)

4) Nicht nur unser Körper braucht ab und an Ruhe, auch unserer Seele tut es gut, einmal ganz still werden zu können, die Unruhe und Umtriebigkeit ablegen zu können. Stille und Ruhe sind mehr als die Abwesenheit von Geräuschen und äußeren Terminen – sie sind ein innerlicher Zustand. Schon David wusste um die Wichtigkeit einer ruhigen Seele (Psalm 131,2 und Psalm 62, 2 und 6)

5) Selbst Jesus brauchte manchmal Zeit für sich. Wenn ihm alles zuviel wurde, fuhr er weg von der Menschenmenge, um Zeit in der Stille zu verbringen. Oft hält diese Ruhe nicht lang, weder bei Jesus noch in unserem Alltag, doch einen kleinen Moment können wir uns doch dem Stress entziehen. (Matthäus 14,13)

Es gibt also genügend Gründe, sich einmal eine Pause vom Alltag und ein bisschen Ruhe zu können. Und weil das so ist, fliege ich jetzt erst einmal in den Urlaub. Ihr hört nächste Woche wieder von mir, dann hoffentlich mit ein paar hübschen Bildern.

Ciao, Salut, Au Revoir, Arividerci, Goodbye, Auf Wiedersehen…

"Läuft bei mir", "Yolo" und Co

Ich fühle mich alt! Ich bin 23 Jahre und fühle mich alt. Und zwar dann, wenn ich die Top30-Votingliste für das „Jugendwort des Jahres 2015“ lese und nicht ein einziges davon ohne die Erläuterung für die Oldies darunter verstehen würde – „Tinderella“, „Swaggetarier“ und „gesichtspalmieren“ liest man da, neben „Eierfeile“ (in alt: Fahrrad), Egoshoot (in alt: Selfie) oder bambus (in alt: cool).
Die „Best-Of“-Liste der letzten Jahre macht mir jedoch wieder Mut. Mit „Gammelfleischparty“, „hartzen“ und „Niveaulimbo“ kann ich ungefähr etwas anfangen, selbst „Babo“ kommt mir irgendwie bekannt vor – aber was bitte heißt denn „Swag“ oder „Yolo“? Hier brauchte ich erst Aufklärung durch Wikipedia und Co, um eine Ahnung davon zu erhalten, was damit gemeint ist.
Anders verhält es sich beim Vorjahressieger. Der Spiegel schreibt dazu:

Heute ist das Jugendwort des Jahres ein Satz, in dem man jedes Wort kennt und ihn trotzdem nicht versteht: „Läuft bei dir.“

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Für mich bedeutet der Satz so viel wie „Bei mir ist alles in Ordnung, mir geht’s gut“, laut der Jury des Langenscheidt-Verlags, der alljährlich das Jugendwort des Jahres kürt, meint der Satz auch „Du hast es drauf!“, kann als Synonym für  „cool“ und „krass“ oder aber auch ironisch als genau das Gegenteil meinend verwendet werden – alles klar?!

Abgesehen von meiner Vermutung, dass nicht mal jeder Jugendliche die ganzen ach so hippen Jugendwörter kennt, sind sie ein faszinierendes Phänomen. Als Mittel der Abgrenzung von der Welt der Erwachsenen sind sie ein Weg, einen Platz für sich zu schaffen. Gleichzeitig bieten sie aber in meinen Augen viel Raum, um sich dahinter zu verstecken: Fragt mich jemand, wie es mir geht, so ist es doch einfacher mit einem coolen „Yolo, Bro, läuft bei mir“ zu antworten, als vielleicht auch einmal einzugestehen, dass es mir gerade vielleicht nicht so gut geht und ich mich gar nicht so nach „Babo“, „Swag“ und Co. fühle…
Wie oft tragen wir Masken im Alltag, verhalten uns anders, als wir uns fühlen, beantworten Fragen nach unserem Wohlbefinden nicht ehrlich. Und das aus verschiedensten Gründen: Weil es einfacher ist, als die Wahrheit zu sagen; weil nicht die „richtigen“ Personen fragen, weil die Situation unpassend ist etc.
Manchmal haben wir uns auch jahrelang eine Mauer um uns und unser Herz aufgebaut, um uns vor Angriffen, Verletzungen und Enttäuschungen zu schützen.
Ich finde, jeder sollte mindestens einen Menschen in seinem Leben haben, bei dem er alle Masken fallen lassen und alle Mauern einreißen kann. Sei es die Familie, ein Partner, gute Freunde, ein professioneller Helfer oder wer auch immer. Doch manchmal reicht das nicht – Menschen können Erwartungen nicht immer gerecht werden und wenn ich erwarte, dass jemand anderes mich glücklich macht oder dafür sorgt, dass es mir stets gut geht, kann das schnell zu Enttäuschungen führen.
Deshalb habe ich neben vielen wunderbaren Menschen in meinem Leben noch eine größere Konstante, die hinter meine Mauern und Masken sieht: Jesus Christus.
Er ist immer da, er ist ernsthaft daran interessiert, wie es mir geht – und er versteht jedes „Läuft bei mir“ genau so, wie es eigentlich gemeint ist. Er weiß in jeder Sekunde, wie es mir tief in Herz und Seele geht:

„Doch der Herr sagte zu ihm: (…) Denn ich urteile nach anderen Maßstäben als die Menschen. Für die Menschen ist wichtig, was sie mit den Augen wahrnehmen können; ich dagegen schaue jedem Menschen ins Herz.“(1. Samuel 16,7)

Ich wünsche dir, dass du – falls noch nicht vorhanden – Menschen und Konstanten in deinem Leben findest, die hinter deine Masken sehen und sich nicht mit einem „Yolo, Bro, läuft bei mir“ zufrieden geben.

Noch kurz zum Jugendwort des Jahres: Bis Oktober kann noch abgestimmt werden. Das Internetvoting favorisiert momentan „merkeln“ (34%) und „rumoxidieren“ (13%), zu meinen persönlichen Favoriten zählen „Smombie“ und „Genussoptimierer“.

Was du heute kannst besorgen…

… das verschiebe doch auf Morgen?! Oder nicht?!

Wenn ich anfange, monatelang nicht sortierte Schubladen aufzuräumen, Dinge zu verkaufen, meinen Kleiderschrank auszumisten, überzufällig oft die Wohnung zu putzen oder sehr viel zu bloggen, dann ist mit Sicherheit gerade wieder Prüfungszeit und ich übe mich in Prokrastination – oder zu Deutsch Aufschieberitis.

Und ich muss gestehen, seit ich herausgefunden habe, dass es dafür sogar ein lateinisches (!, Info am Rande: procrastinatio = Vertagung, aus pro = für und cras = morgen) Fachwort gibt, bin ich irgendwie beruhigt, denn das Ganze hat nicht mehr so einen negativen Touch. Im Gegenteil, auf so dem Uni-Campus hört man sogar manchmal einen Hauch Stolz in dem Satz „Ich prokrastiniere“, während der Sprecher auf der Wiese in der Sonne liegt, mit seinem Hefter unter dem Kopf. Offensichtlich ist es eine neue Trendsportart, unangenehme Dinge, wie Lernen, Hausarbeiten schreiben oder Ähnliches, auf unbestimmte Zeit zu verschieben – wer da nicht mitmacht, ist selber Schuld.

Wikipedia definiert das Phänomen übrigens wie folgt:

Aufschieben, auch Prokrastination (…) oder Bummelei (…) ist das Verhalten, als notwendig, aber unangenehm empfundene Arbeiten immer wieder zu verschieben, anstatt sie zu erledigen. Aufschieben gilt als schlechte Arbeitsgewohnheit. Drei Kriterien müssen erfüllt sein, damit ein Verhalten als Prokrastination eingestuft werden kann: Kontraproduktivität, mangelnde Notwendigkeit und Verzögerung.

Hört sich doch irgendwie fast wie eine Erkrankung an oder? Ursachen für das Aufschieben von Dingen gibt es viele, die man sogar ganz fachmännisch oder -frauisch in psychologische Modelle einbinden kann. (Wer hier interessiert ist, sei auf einschlägige Online-Lexika verwiesen). Doch – für mich als Psychologin sehr schade – wird Prokrastination (bisher) nicht als psychische Krankheit anerkannt – damit sind die Träume all derer geplatzt, die gehofft haben, dagegen gäbe es ein Mittel einer handelsüblichen Marke, die mit guten Preisen und guter Besserung wirbt.

Nun ist es nicht so, dass mich meine Aufschieberitis langfristig gesehen wirklich stört – dank Unmengen von Kaffee und einiger Nachtschichten habe ich bisher noch jede Prüfung gemeistert und Hausarbeit pünktlich abgegeben. Aber seien wir ehrlich, irgendwie nervig ist es schon, oder?

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Ich habe mich gefragt, was die Bibel eigentlich dazu sagt und dazu erst einmal – wie man das heute eben so macht – „Was sagt die Bibel zu Prokrastination?“ gegoogelt. Gar nicht so einfach, da etwas zu finden, denn plötzlich landete ich bei merkwürdigen Bibelexemplaren wie der „Karriere-Bibel“ oder der „Self-Publisher-Bibel“, die alle mehr oder minder schlaue Ratschläge zu dem Thema verteilten.

Einige Bibelstellen konnte ich dann aber doch noch finden:

Zum Einen betont die Bibel, dass wir erkennen müssen, was wichtig ist und worauf es ankommt. Wir sollen also Prioritäten setzen (Philliper 1,9-10):

Ich bete zu Gott, dass eure Liebe immer reicher wird an Einsicht und Verständnis. Dann könnt ihr in jeder Lage entscheiden, was das Rechte ist (und werdet an dem Tag, an dem Christus Gericht hält, rein und ohne Fehler dastehen).

Hier geht es zwar um den Tag, an dem Jesus uns richtet, aber auch für unseren Alltag können wir lernen, die richtigen Prioritäten zu setzen und zu unterscheiden, ob etwas gerade notwendig ist oder noch Zeit hat.

Galater 6,7 weist uns darauf hin:

Macht euch nichts vor! Gott lässt keinen Spott mit sich treiben. Was der Mensch sät, das wird er auch ernten.

Wie oft betrügen wir uns selbst? „Ich lerne später, wenn ich dieses Buch zu Ende gelesen, mein Spiel fertig, mich mit meiner Freundin getroffen habe“… Am Ende des Tages stellen wir oft fest, dass wir nicht mehr wirklich viel von den eigentlich wichtigen Dingen geschafft haben. Doch letzlich können wir weder uns noch Gott etwas vor machen – wir ernten, was wir säen. Und wenn wir das „Säen“ vor uns aufschieben, dann wird unsere „Ernte“ sehr mager ausfallen (so manche lange vor mich hin prokrastinierte Prüfung habe ich zweimal geschrieben).

Auch das Prediger-Buch hat hierzu etwas zu sagen (Prediger 11, 4):

Wer immer nach dem Wind sieht und auf das passende Wetter wartet, der kommt weder zum Säen noch zum Ernten.

Wenn wir nur unsere Schränke aufräumen, Wohnungen putzen oder Hobbys pflegen und dabei die eigentlich wirklich dringenden Aufgaben vergessen – also immer nur auf das passende Wetter warten – verpassen wir Saat und Ernte – und würden irgendwann „verhungern“.

Die Bibel sagt uns also nicht „Du sollst nichts vor dir aufschieben“, Sprüche 21, 5 rät uns sogar dazu, uns erst einmal einen Plan zu machen. Doch Gottes Wort macht uns auch klar, dass wir Prioritäten setzen und die wirklich wichtigen Dinge anpacken müssen, wenn wir ein gutes Ergebnis möchten – von nichts kommt nichts.

Zum Schluss noch ein Gedanke aus der Schöpfungsgeschichte. Dort heißt es im 1. Mose 2,1:
Am siebten Tag hatte Gott sein Werk vollendet und ruhte von aller seiner Arbeit aus.
Es heißt nicht „Und Gott ruhte einen Tag und begann dann seine Arbeit.“ Nein, Gott packt die Dinge an, er „vollendet sein Werk“ und ruht sich dann aus, verdienterweise und nach getaner Arbeit.

Wir können und sollen nicht unentwegt arbeiten (Prediger 12,12 warnt uns davor) – aber ist eine Pause oder eine Ablenkung durch andere Dinge nicht viel schöner, wenn man die eigentliche Aufgabe erledigt hat?!

Der frühe Vogel und die zweite Maus

Normalerweise gehöre ich zur Spezies der Langschläfer und Morgenmuffel und fühle mich auch sehr wohl dort.
img_3701Heute trieb mich jedoch weit vor meiner eigentlichen Zeit ein Albtraum aus dem Bett. Ok, dachte ich mir, wenn ich jetzt schonmal in einer aufrechten statt liegenden Position bin, dann mache ich mich jetzt motiviert an’s Werk – getreu dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Schließlich stehen Uni-Prüfungen an, je früher ich aufstehe, desto mehr kann ich lernen.
Merkwürdigerweise sind seitdem ein paar Stunden vergangen, ohne dass ich irgendeinen Wurm gesehen hätte, den es sich zu fangen lohnt. Und das, obwohl ich es geschafft habe, wach zu werden, ohne dreimal gegen die Wand zu laufen oder fünf Tassen Kaffee zu trinken.

der-frc3bche-vogelSchnell wieder müde wurde ich dann aber doch und im Moment fühle ich mich eher nach „Der frühe Vogel kann mich mal“. Offensichlich lässt sich die Langschläfer-Mentalität nicht durch einen Albtraum vertreiben. Aber dennoch, wenn ich darüber nachdenke, habe ich schon einiges geschafft, was ich sonst erst jetzt begonnen hätte- einen kleinen Wurm hab  ich also vielleicht gefunden. Trotzdem werde ich mir jetzt noch eine Tasse Kaffee machen und es dann  mal mit „… aber die zweite Maus bekommt den Käse“ versuchen.

Und egal, ob ihr schon hellwach oder noch im Tiefschlaf seid – ich wünsche  euch einen guten Tag.