Freizeit – und nun?

Nachdem mich die letzten Tage der Prüfungsstress vom Schreiben abgehalten hat, habe ich nun meine allerletzte Prüfung in meinem Studentenleben hinter mir (abgesehen von der Abschlussarbeit) und das heißt, die nächsten Tage bin und habe ich frei!
Was für ein merkwürdiges Gefühl! Ich war die letzten Tage, Wochen, Monate so beschäftigt mit Hausarbeiten schreiben, Masterarbeitsstudie durchführen, Hochzeitsvorbereitungen, Lernen und sozialen Beziehungen pflegen, dass ich jede winzig kleine freie Sekunde geschätzt, aber oft müde rumgammelnd auf dem Sofa verbracht habe…
Und jetzt habe ich plötzlich ganz viele von diesen freien Sekunden – und bin völlig überfordert damit. Keine ungeschriebenen Seiten, keine ungelernten Buchkapitel, keine unbearbeiteten To-Do-Listen…. was mach ich denn jetzt?! Typisch Workaholic?!

Ist das nicht traurig? In unserer hektischen und schnelllebigen Welt hetzen wir oft umher, von einem Termin zum nächsten, ständig unter Druck und merken dabei oft gar nicht, wenn wir mal eine Pause bräuchten. Wenn wir dann doch mal eine haben, wissen zumindest wir Workaholics im ersten Moment damit gar nicht wirklich etwas anzufangen. Urlaub schön und gut, wenn man reist, tut man ja weiß, aber einfach so frei, zu Hause? Sehr herausfordernd!

Meist bin ich nach einem richtigen „Gammel-Sonntag“ sehr zwiegespalten: irgendwie war es schön, mal nichts zu tun und die Seele baumeln zu lassen, andererseits war ich fast so unproduktiv wie das Sofa selbst, auf dem ich den ganzen Tag lag. Doch „ausruhen“ kann ja auch mehr bedeuten, als nur gammelnd auf dem Sofa zu liegen – oder?

20150809_155612Vielleicht sollten wir uns einmal diese Steine als Vorbild nehmen: Sie sind die Ruhe selbst. Egal was kommt, sie ruhen in sich selbst, lassen sich durch nichts erschüttern. Sie haben also eine innere Ruhe.

Auch die Bibel gibt hilfreiche Tipps zur ruhenden Freizeitgestaltung und liefert einige gute Gründe, warum wir Ruhe brauchen. Hier ein paar biblische Beispiele, warum und wie man sich erholen kann.

1) Gott selbst ruhte nach seiner Masterarbeit, dem Meisterwerk Schöpfung, erst einmal aus (1. Mose 2,2) Zur Erinnerung daran sollen auch wir am siebten Tag der Woche – oder wenigstens einen Tag die Woche – ebenfalls ruhen. Diesen Ruhetag sollen wir für uns nutzen, um wieder neue Kraft zu tanken. (Markus 2, 27)

2) Ein Psalmbeter sehnt sich danach, einfach davonzufliegen und Ruhe zu finden (Psalm 55,7). Wie wäre es also mal mit einer kleinem Urlaubsreise, einem Kurztrip? Es muss ja nicht gleich das Flugzeug sein, Bahn, Auto oder selbst Rad helfen auch schon.

3) Ausruhen nach einer langen Wanderung, einer sportlichen Aktivität oder auch einfach einem langen Arbeitstag ist wunderbar und nötig. Das ging schon den Menschen so biblischen Zeiten so. (Esra 8,32)

4) Nicht nur unser Körper braucht ab und an Ruhe, auch unserer Seele tut es gut, einmal ganz still werden zu können, die Unruhe und Umtriebigkeit ablegen zu können. Stille und Ruhe sind mehr als die Abwesenheit von Geräuschen und äußeren Terminen – sie sind ein innerlicher Zustand. Schon David wusste um die Wichtigkeit einer ruhigen Seele (Psalm 131,2 und Psalm 62, 2 und 6)

5) Selbst Jesus brauchte manchmal Zeit für sich. Wenn ihm alles zuviel wurde, fuhr er weg von der Menschenmenge, um Zeit in der Stille zu verbringen. Oft hält diese Ruhe nicht lang, weder bei Jesus noch in unserem Alltag, doch einen kleinen Moment können wir uns doch dem Stress entziehen. (Matthäus 14,13)

Es gibt also genügend Gründe, sich einmal eine Pause vom Alltag und ein bisschen Ruhe zu können. Und weil das so ist, fliege ich jetzt erst einmal in den Urlaub. Ihr hört nächste Woche wieder von mir, dann hoffentlich mit ein paar hübschen Bildern.

Ciao, Salut, Au Revoir, Arividerci, Goodbye, Auf Wiedersehen…

2 Gedanken zu „Freizeit – und nun?

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