Himmelslicht 29.01.17: Ge… – was?

„Herr schenk mir Geduld – aber zackig“ ist nicht nur ein beliebter Postkartenslogan, sondern könnte auch das Gebet vieler Menschen sein. Unsere Kultur ist geprägt davon, alles sofort haben zu wollen. Und meistens ist das in unserer Überflussgesellschaft auch kein Problem: Wir gehen in den Supermarkt um die Ecke, fahren ins nächste Einkaufszentrum oder bestellen uns das Gewünschte per Express-Lieferung über Nacht aus dem Internet. Warten liegt nicht im Trend. Und wenn uns etwas zu lange dauert und wir das Gewünschte nicht schnell genug bekommen, dann geben wir auf und suchen uns etwas Neues, dass wir dann wieder sofort haben müssen.

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Geduldig zu warten ist für viele Menschen nicht immer einfach.

Die Bibel vermittelt uns einen anderen Wert von Geduld. Da lesen wir beispielsweise: „Wer geduldig ist, der ist weise; wer aber ungeduldig ist, offenbart seine Torheit.“ im Buch der Sprüche (Kapitel 14, Vers 29).
Noch schwerer fällt es uns, geduldig zu sein, wenn es uns schlecht geht und wir auf die Besserung unserer Situation hoffen. Wenn wir dann als Christen zu Gott beten und er (scheinbar) nicht (sofort) antwortet, (ver-)zweifeln wir manchmal oder stellen Gottes Präsenz in Frage. Der Römerbrief (Kapitel 12, Vers 12) rät uns dann: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“ Auch die Psalmen ermutigen uns, an Gott festzuhalten: „Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!“ (Psalm 27,14). Gott selbst hat unendliche Geduld mit uns. Immer wieder verzeiht er uns Fehler und nimmt uns mit Freuden in seine Arme, wenn wir zu ihm kommen. Jesus ertrug seine Leiden bis zum Tod am Kreuz geduldig. In der Bibel finden sich zahlreiche weitere Beispiele von Menschen, die Geduld zeigten. So etwa Hiob, den Gott durch allerlei schwere Prüfungen und Zeiten führte, der jedoch geduldig durchhielt und am Ende belohnt wurde.

Jean-Jacques Rousseau, einem der wichtigsten Wegbereiter der französischen Revolution, wird folgendes Zitat zugeschrieben: „Geduld ist sehr bitter, aber ihre Früchte sind süß.“ Vielleicht lohnt es sich, entgegen dem gesellschaftlichen Trend, etwas mehr von dieser bittersüßen Frucht zu kosten…

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