Hochzeitsfieber

Das Hochzeitsfieber ist ausgebrochen:

„Rette sich, wer kann“ rufen die Singles
„Damit lassen wir uns noch Zeit“ versprechen die Verliebten
„Habt ihr euch das gut überlegt“ fragen die lang-Verheirateten
„Hoffentlich fall ich nicht hin“, fleht die Braut
„Ich bin froh, wenn der ganze Stress vorbei ist“, hofft der Bräutigam.

Die Trauzeugen drohen mit Brautentführung, die eigenen Eltern mit Polterabend – so sind zumindest meine Erfahrungen.

Dieses Jahr gibt es in meinem Freundeskreis so viele Hochzeiten wie noch nie, eine regelrechte Wedding-Welle – Jahre später gefolgt vom Baby-Boom.
Doch neben all dem Organisationsstress, den Sorgen um den Ablauf und das Wetter, den Diäten, um am entscheidenden Tag in’s Kleid zu passen – neben all dem ist es manchmal schwer, den Fokus nicht zu verlieren.

„Ja ist ein winziges Wörtchen, doch es ist die schönste Brücke zwischen zwei Menschen“

Das steht auf einer Postkarte in unserem Flur und beschreibt für mich gut, um was es geht. Zwei Menschen sagen „Ja“ zueinander, zu einem Leben zu zweit, dazu, gute und schlechte Zeiten zu teilen, Hand in Hand.

Im Film „Avatar“ sagen die Hauptfiguren nicht „Ich liebe dich“, sondern „Ich sehe dich“

Zwei Menschen sehen und nehmen einander an, mit allen Stärken und Schwächen, Wünschen, Plänen, Hoffnungen, Träumen, mit allen Gedanken, Gefühlen, mit der Vergangenheit und der gegenwärtigen Situation. Bei einer Hochzeit wird genau das bekräftigt. Sei es in Form eines selbstgeschriebenen Versprechens oder eines einfachen „Ja“s.

Ich bin froh, dass bei unserer Hochzeit alles Organisatorische gut geklappt, das Wetter gehalten hat und ich in mein Kleid gepasst habe. Und ich bin dankbar für all die Menschen, die fleißig dabei geholfen haben – doch vor allem fühle ich mich von Gott beschenkt mit einem wunderbaren Menschen an meiner Seite. Für mich ist es ein Segen Gottes, dass ich so jung heiraten durfte – umso länger haben wir Zeit, die „Ja“-Brücke zwischen uns aufrechtzuerhalten und immer weiter und stärker auszubauen.

Hochzeiten sind stressig, aufregend, manchmal nervig – doch auch wunderschön, denn sie bestätigen öffentlich eine der schönsten Erfindungen Gottes: die Liebe.

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei; doch die Liebe ist die größte unter ihnen.“ (1. Korinther 13,13)

„Die Liebe hört niemals auf“ (1. Korinther 13,8a)

3 Gedanken zu „Hochzeitsfieber

  1. Sehr schön geschrieben. Das stelle ich auch immer wieder fest das im ganzen Trubel und bei den angebotenen Möglichkeiten manchmal vergessen wird, was eigentlich wirklich wichtig und das Bedeutendste ist. Nicht das Kleid, die Torte, die Luftballons, der Candy Waffel oder was auch immer Table. Sondern die Liebe und das Glück zweier Menschen die sich gefunden haben.

  2. Du sprichst mir aus der Seele. Guter Artikel und schön geschrieben. Genau so ist es, zwischen all der Organisation, Stress und Candy Waffel oder was auch immer für Tables, Hochzeitskleid, Torte und Essen, es zählt die Liebe zwischen zwei Menschen die das Glück hatten sich gefunden zu haben.

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