Meine Woche ohne zwei und mit einem anderen "F"

Heute habe ich mich das erste Mal seit einer Woche wieder bei Facebook eingeloggt – für mich als kleiner Smartphone-Junkie ein sehr feierlicher Moment.
Nach einer Woche Facebook- und TV-Fasten durfte ich heute das erste Mal wieder in der sozialen virtuellen Welt aktiv werden.

Warum hab ich gefastet? Wie hab ich das angestellt? Und was hat es mir gebracht? Ein Erfahrungsbericht und Rückblick.

Warum 1 Woche ohne Facebook und Fernsehen?

Nach einer sehr ermutigenden Predigt im Gottesdienst, habe ich mich letzten Sonntag dazu entschlossen, die vorösterliche Fastenzeit doch einmal zu nutzen. Auf Nahrung verzichten wollte ich nicht – das macht mein Mann zwar, aber dafür liebe ich Essen viel zu sehr. Aber ich habe überlegt, was mich wirklich von Gott trennt und mir wertvolle Zeit stiehlt, die ich sinnvoller mit ihm verbringen könnte. Die Antwort fand ich sehr schnell: die zwei „bösen“ F – Facebook und Fernsehen! Also war mein Entschluss ebenso schnell gefasst: ich „F“-Faste.

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Wie 1 Woche ohne Facebook und Fernsehen?

Am Sonntag war es noch sehr ungewohnt. Mich am PC von Facebook abzumelden war kein Problem. Auch auf dem Handy ist es einfach, sich von der normalen Facebook-App abzumelden. Abgesehen von ein paar verzweifelten Versuchen seitens Facebook („Willst du dich wirklich abmelden?“, „Komm uns bald wieder besuchen“ etc.) ging das Ganze schnell. Wesentlich herausfordernder gestaltete sich die Abmeldung vom Messenger – ein Ausloggen ist gar nicht, eine Deaktivierung der Benachrichtigung nur für jeweils 8 Stunden möglich – Fasten nicht vorgesehen. Hier merkte ich zum ersten Mal einen starken Angriffspunkt. Dennoch gelang es mir im Laufe der Woche erstaunlich gut, die aufblinkenden Nachrichten einfach zu ignorieren bzw. wegzuwischen, ohne sie zu lesen.
Zweimal gab es einen kleinen „Rückfall“, da zwei Menschen meinen vorsorglichen Post auf Facebook, dass ich eine Woche nur über WhatsApp oder E-Mail zu erreichen bin, nicht gelesen hatten und mir eine dringend zu klärende Nachrichten über Facebook schickten. Ich habe mir erlaubt, darauf zu antworten, jedoch alle weiteren Nachrichten und Benachrichtigungen ignoriert – und es war nicht einmal schwierig. Ganz im Gegenteil, ich fühlte mich erleichtert: Da ich wusste, ich bekomme keine Facebook-Nachrichten, bestand auch nicht die Notwendigkeit, alle 5 Minuten auf mein Handy zu schauen – sehr befreiend und erstaunlich schnell völlig normal.

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Auch der erste Tag ohne Fernsehen war merkwürdig. Ich erledige momentan 95% meiner Arbeiten von zu Hause aus und habe mir schon einen festen Rhythmus angewöhnt. Zu diesem zählten auch bestimmte Fernsehsendungen. Über die letzten Wochen war ich zur lebenden TV-Zeitungen geworden, die genau Auskunft über Sender, Sendezeit und (Sinnlos-)Inhalt einer Sendung geben konnte. Im ersten Moment wusste ich nicht, wie ich die nun frei gewordene Zeit füllen sollte – bis ich mich an den Grund meines Fastens erinnerte: Gott näher zu kommen. Also betete ich, las Bibel und pries Gott im Lobpreis. Das war eine sehr gesegnete Zeit!
Auch die Abende verbrachte(n) ich (wir) oft mit Fernsehen – mein Mann unterstützte mich jedoch im TV-Fasten, sodass wir 7 Abende ohne eine einzige TV-Minute und damit genügend Zeit hatten, alternative Abendbeschäftigungen zu suchen und auszuprobieren. Es ist erstaunlich, wie viel andere Tätigkeiten es außer TV gibt, auch am Abend!

Was bringt 1 Woche ohne Facebook und Fernsehen?

Ganz davon abgesehen, dass die reduzierte Ablenkung und der Zugewinn an Zeit unglaublich hilfreich für die Fertigstellung meiner Masterarbeit und das Lesen meines Buchs waren (ja, auch das war ein Grund für das Fasten), bin ich Gott ein ganzes Stück näher gekommen. Er stellte mich sogar vor eine herausfordernde Entscheidung, die ich ohne Fasten und den dadurch erhöhten Fokus auf ihn vielleicht anders getroffen hätte (was genau das war, erfahrt ihr in einem kommenden Blog).
Auch die fernsehfreien Abende mit meinem Mann habe ich als gesegnete Zeit erlebt, für die ich sehr dankbar bin.
Was bleibt am Ende? Viele positive Erfahrungen und die Erkenntnis, dass ich nicht immer virtuell erreichbar sein und jede Nachricht sofort lesen und beantworten muss, sondern dass ein Leben ohne die beiden großen „F“ möglich ist – und dass sogar sehr gut!

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Und bei Facebook: nach einer Woche ohne soziales Netzwerkleben – 1 beantwortete Freundschaftsanfrage, 4 Nachrichten und 1 Nachrichtenanfrage sowie 94 Benachrichtigungen – 99,5% davon völlig überflüssig und sinnfrei.

Und wie geht’s weiter? Ein Ausblick.

Nachdem ich heute wieder 15 Minuten bei Facebook angemeldet war, Nachrichten beantwortet und Benachrichtigungen durchgescrollt habe, bin ich wieder offline gegangen – die kleine blinkende Zahl an meinem oberen Bildschirmrand, wenn wieder eine neue Sinnlos-Nachricht ankam, empfand ich nach einer Woche ohne sie nur noch als nervig.
Ich werde sowohl dem Fernsehen als auch Facebook nicht dauerhaft adé sagen, denn ab und an finden sich ja auch dort sinnvolle, hilfreiche oder einfach unterhaltsame Inhalte – und wenn es die Geburtstagserinnerungen sind… Aber ich habe beschlossen, nicht mehr Dauer-Online zu sein und die Benachrichtigungen im Messenger auch öfter mal abzustellen – kurz-um, öfter mal in den Offline-Modus zu wechseln.

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2 Gedanken zu „Meine Woche ohne zwei und mit einem anderen "F"

    1. Vielen lieben Dank 🙂 Naja, ganz klassisch reden 😀 Mal ausgehen, ein Abendspaziergang, Spiele spielen, Freunde einladen, Musik hören und/oder machen, lesen, Urlaub planen… 😉

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