Türchen Nr. 7: Woran hängt dein Herz?

Gestern gab es etwas Materielles zu gewinnen. Bereits an Tag 1 ging es darum, wie wir in der Weihnachtszeit unsere Lieben beschenken können.
Wenn wir Geschenke hören, denken wir oft an Materielles, oder?


Ich hatte vor Kurzem einen Traum: Ich war auf einem luxuriösen Kreuzfahrtschiff, das unterging. Mir ist nichts passiert, das Schiff erreichte noch mühevoll einen Hafen und ich konnte, mit wenigen wichtigen Dingen (Ausweis, Handy) in aller Ruhe von Bord gehen. Trotzdem weinte ich in meinem Traum fürchterlich. Warum? Nicht etwa aus Schock über das Unglück oder aus Freude über mein Überleben. Nein, ich weinte, weil sich meine ganze Kleidung, mein Laptop und meine Bücher in meiner Kabine auf dem untersten Deck des Schiffes befanden und mit ihm im tiefen Meer versanken. Ich trauerte also um meine materiellen Besitztümer.
Dieser Umstand ließ mich vor Schreck aus dem Schlaf auffahren. Ich musste sofort an eine Bibelstelle denken:

herz-lichtfarben
Woran hängt dein Herz?

19 Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde, wo Motten und Rost sie zerfressen oder Diebe einbrechen und stehlen.

20 Sammelt euch lieber Schätze im Himmel, wo sie weder von Motten noch von Rost zerfressen werden können und auch vor Dieben sicher sind.
21 Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.
(Matthäus 6,19-21)

Martin Luther führte diese Gedanken weiter:

„Woran du nun dein Herz hängst und worauf du dich verlässt, das ist eigentlich dein Gott.“

Das ließ mich nachdenklich werden. Warum sind mir meine Besitztümer so wichtig, dass ich bei einem Verlust mehr um sie trauere als dass ich mich darüber freue, (noch) zu leben? Ich habe mir vorgenommen, die Adventszeit zu nutzen, um mein Herz wieder mehr auf Gott und auf all die wichtigen nicht-materiellen Dinge auszurichten: Liebe, Freundschaft, Familie, Gesundheit, Glaube…

Wie ist das bei dir? Würdest du dich bei einem Unglück über dein Leben freuen oder deinen materiellen Verlust beweinen? Woran hängt dein Herz?

5 Gedanken zu „Türchen Nr. 7: Woran hängt dein Herz?

  1. Oh das ist eine schwere Frage… Es wäre schon hart, den Laptop zu verlieren, es sei denn, man hat vor der Reise eine Sicherungskopie gemacht 😀 Ich hoffe sehr, dass ich dankbar über mein Leben wäre. Danke für die Erinnerung, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist.

    1. Hallo Friede, ja der Laptop würde mich in echt auch schmerzen 😀 Beim drüber Nachdenken fiel mir auf, dass mir aber doch weniger der materielle Verlust leid tun würde als die ganzen Erinnerungen, die ich mit Kleidungsstücken verbinde oder auf dem Laptop habe. Mit wurde einmal die Kamera geklaut… da hätte ich dem Dieb auch liebend gern die Kamera überlassen, wenn er mir nur die ganzen Fotos gegeben hätte (hatte natürlich noch nichts gesichert und war drei Wochen im Urlaub). Ähnlich gings mir mit dem Handy… Aber ist es nicht eigentlich so, dass wir die wirklich wichtigen Erinnerungen sowieso im Herzen bewahren? LG

  2. Danke für den Denkanstoß! Ich kann das sehr gut nachvollziehen, ich denke zur Zeit auch darüber nach. Und wichtiger, als darüber nachzudenken, wie ich denn unbedingt losgelöster von materiellen Dingen werden kann, finde ich, mich und Gott zu fragen, woran ich mein Herz stattdessen hängen darf. Also wie kann ich konkret Gutes tun, das im Himmel Frucht bringt oder wie kann ich in Beziehungen investieren, um damit Gott Freude zu machen etc. Also positiv verstärken statt negativ einengen.
    Liebe Grüße 🙂

    1. Sehr guter Hinweis. Die Frage lautet dann also nicht mehr „Was will ich nicht?“ (mein Herz nicht mehr an Materielles hängen) sondern „Was will ich stattdessen?“ (Nämlich Gutes tun, Gottes Reich bauen…). Danke für diesen Impuls 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.